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Onleihe zwischen den Meeren – Schleswig-Holsteins Bibliotheken ermöglichen kostenlose digitale Ausleihe

Bibliotheken in Schleswig-Holstein ermöglichen ab sofort landesweit zunächst bis zum 31. Mai 2020 die kostenlose Nutzung der „Onleihe zwischen den Meeren“. Gefördert wird die Aktion durch das Land Schleswig-Holstein.Werbefoto für die Onleihe zwischen den Meeren.

Und so funktioniert es:

Die Nutzung ist denkbar einfach: Zugangsdaten unter www.onleihe-sh.de anfordern. Nach erfolgreicher Anmeldung werden Ausweisnummer und Passwort per E-Mail zugesendet. Über das Webportal www.onleihe.de/sh können direkt E-Books, E-Audios, E-Videos und E-Paper per Mausklick über das Internet entliehen werden – zum Lesen oder Hören auf dem Computer, E-Book-Reader, Tablet oder Smartphone.

Kostenlos anmelden können sich alle Interessierten in Schleswig-Holstein, die bisher keinen Zugang zur „Onleihe zwischen den Meeren“ haben – in der Stadt und auf dem Land. In der Onleihe entstehen keine Versäumnis-, Mahn- oder Vormerkgebühren! Nach Ablauf des Aktionszeitraums endet der Zugang automatisch und muss nicht gekündigt werden.

Stadtbücherei bleibt geschlossen!

Aufgrund der aktuellen Entwicklung rund um das Coronavirus und vor dem Hintergrund der Eindämmung der Infektionsgefahr, bleibt die Stadtbücherei zunächst bis zum 19.April geschlossen!

Leserinnen und Leser haben die Möglichkeit der Medienrückgabe über die Medien-Rückgabe-Box, die Sie vor dem Haupteingang der ehemaligen Willers-Jessen-Schule finden.

Des Weiteren haben wir die Rückgabedaten , die in diesen Schließzeitraum fallen, pauschal bis zum 21.April verlängert, so dass keine Mahngebühren anfallen.

Stadtbücherei geschlossen

Buchtipp September

Buchtipp Philipp BlomPhilipp Blom

Die Welt aus den Angeln

Eine Geschichte der Kleinen Eiszeit von 1570 bis 1700 sowie der Entstehung der modernen Welt, verbunden mit einigen Überlegungen zum Klima der Gegenwart

Hanser, 2017, 302 S.

Signatur der Stadtbücherei: Gesch 229 B

Um es gleich vorweg zu sagen: Schon lange hat mich kein Sachbuch mehr so fasziniert wie dieses.

Warum das? Mit seiner „Geschichte der kleinen Eiszeit“, deren naturwissenschaftliche Ursachen auch heute noch nicht restlos geklärt sind, versucht der Historiker Philipp Blom erfolgreich, Parallelen dieses Klimaphänomens und seiner Auswirkungen auf das Europa der Neuzeit mit unserer Gegenwart zu verknüpfen. Und das gelingt ihm ganz hervorragend.

Beginnend mit der als Titelbild verwendeten „Winterlandschaft“ eines Amsterdamer Malers beschreibt er zunächst höchst anschaulich ein Europa nach der Reformation, geplagt von harten Frösten, Hungersnöten, jahrzehntelangen Kriegszeiten und der Suche nach den Ursachen, die u.a. zu Inquisition und Hexenverbrennungen führten. Das Gegenteil also zu unserer jetzigen Klimaentwicklung.

„Das eherne Zeitalter“, so nennt Blom die Zeit des aufkommenden Merkantilismus mit seiner Arroganz der Königshäuser, der kaltblütigen Ausbeutung von kolonialen Eroberungen, die dann mit wirtschaftsliberalen Theorien gesellschaftlich verbrämt wurden.

Es folgt ein illustrer Streifzug durch die Geschichte der Philosophie jener Zeit, nie zu trocken theoretisch, sondern immer auch biographisch anschaulich – weniger auf Vollständigkeit bedacht , als kritisch beleuchtend.

Im Epilog weist Blom auf die fatale Entwicklung vom bisherigen Marktliberalismus zu einer staatsautoritären Politik der Gegenwart hin, die wenig Platz für Optimismus lässt.

Gut, das Philipp Blom es nicht dabei bewenden lässt: Mit seinem Buch „Was auf dem Spiel steht“ macht er den folgerichtigen Schritt zu einer aufrüttelnden Analyse unserer zerbröckelnden Demokratie in der Krise…

Hans-Jürgen Simon, Dipl.-Bibl.