Briefe sind eine Wertschätzung des Gegenübers

Donate, Ángeles
Der schönste Grund,  Briefe zu schreiben
München: Thiele Verlag, 2015

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Der schönste Grund, Briefe zu schreiben

Signatur: Dona
Sandort: SL

Aus persönlichen Gründen schwelge ich gerade in brieflichen Erinnerungen meiner Ahnen und ich bin selber bekennende Briefeschreiberin, da kam dieser Titel wie gerufen.

Sara, alleinerziehende Postbeamtin aus Porvenir in Spanien, soll nach Madrid versetzt werden, weil doch eigentlich keiner mehr Briefe schreibt. Daher beschließt ihre mütterliche Freundin Rosa einen Brief zu schreiben, in dem sie die Empfängerin bittet, nun ihrerseits wieder einen weiteren Brief an irgendjemanden zu schicken. So setzt sich eine Wörter- und Briefkette in Bewegung, die das Leben der beteiligten Personen ordentlich in Schwung bringt. Fast jedes der Kapitel im Buch beginnt mit einem literarischen Zitat zum Thema Briefe. Ein Beispiel gefällig? „Eine der angenehmen Seiten beim Lesen alter Briefe ist das Bewusstsein, dass man sie nicht beantworten muss.“ (Lord Byron).

In jedem dieser Briefe breiten die Schreibenden beiderlei Geschlechts sehr viel aus ihrem Leben, von ihren Träumen und Wünschen vor dem Gegenüber aus. Die Empfänger rätseln, wer ihnen diese schönen Briefe schreibt. Natürlich bleibt es nicht aus, dass sich in dem kleinen Ort die Schreibenden über den Weg laufen, auch wenn anfangs niemand weiß, wer nun von wem Briefe bekommen hat.

Bei diesem Roman handelt es sich um ein wirklich schön zu lesendes Buch, entspannend, spannend und gefühlvoll und bestens geeignet als schöne Sommerlektüre und vielleicht fühlen Sie sich ja eingeladen, auch mal wieder handschriftliche Briefe zu schreiben!

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt