Buchtipp zum Abschied

Philipp Blom: Was auf dem Spiel steht
Hanser, 2017. 223 S., 20 €

Es wird das letzte Buch sein, das ich als Bibliothekar der Stadtbücherei Eckernförde vorstelle, bald gehe ich in Ruhestand. Mit dieser „Ruhe“ ist es so eine Sache: Jede aufmerksame ZeitgenossIn weiß, dass wir in unruhigen Zeiten leben.
Philipp Bloms Verdienst ist es, als Historiker mit großem philosophischen Wissen (und vice versa) Entwicklungen aus der Vergangenheit mit den Herausforderungen der Gegenwart – als da z.B. wären: Klimawandel, Digitalisierung, Konsum – in die Zukunft zu interpolieren.
Wie er das macht, das ist sowohl wissenschaftlich nachvollziehbar, als auch verblüffend anschaulich dargestellt. Aus dem Klappentext:
„Wir leben in Gesellschaften, in denen die Zukunft keine Verheißung mehr ist, sondern eine Bedrohung. Die reichen Demokratien wollen keine Zukunft, sie wollen behalten, was sie bereits haben. Gleichzeitig sehen wir die ersten Zeichen einer epochalen Transformation […], deren globale Auswirkungen wir erst beginnen zu begreifen. Diese Kollision zwischen Zukunftsverweigerung und historischen Umbrüchen birgt enorme Gefahren. Was auf dem Spiel steht ist nichts weniger als die Existenz eines demokratischen, liberalen Zusammenlebens – und vielleicht unsere Zivilisation.“
Es ist dies ein leidenschaftlicher Appell an uns LeserInnen nicht aufzugeben angesichts der Gefahren, die unsere politische Gegenwart kennzeichnen.

Liebe LeserInnen, für Ihr vielseitiges Interesse, Ihre Neugier verbunden mit Einsichten in das Funktionieren unserer Gesellschaft bedanke ich mich sehr.
Diese Erfahrung stimmt mich – ein wenig zumindest – hoffnungsvoll. Passen wir auf, dass Vernunft und Toleranz nicht untergehen! Bleiben Sie der Stadtbücherei gewogen und werben Sie für diese wertvolle Einrichtung der freien Information!

Mit lesefreundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Simon