Archiv der Kategorie: Allgemein

Buchtipp September

Buchtipp Philipp BlomPhilipp Blom

Die Welt aus den Angeln

Eine Geschichte der Kleinen Eiszeit von 1570 bis 1700 sowie der Entstehung der modernen Welt, verbunden mit einigen Überlegungen zum Klima der Gegenwart

Hanser, 2017, 302 S.

Signatur der Stadtbücherei: Gesch 229 B

Um es gleich vorweg zu sagen: Schon lange hat mich kein Sachbuch mehr so fasziniert wie dieses.

Warum das? Mit seiner „Geschichte der kleinen Eiszeit“, deren naturwissenschaftliche Ursachen auch heute noch nicht restlos geklärt sind, versucht der Historiker Philipp Blom erfolgreich, Parallelen dieses Klimaphänomens und seiner Auswirkungen auf das Europa der Neuzeit mit unserer Gegenwart zu verknüpfen. Und das gelingt ihm ganz hervorragend.

Beginnend mit der als Titelbild verwendeten „Winterlandschaft“ eines Amsterdamer Malers beschreibt er zunächst höchst anschaulich ein Europa nach der Reformation, geplagt von harten Frösten, Hungersnöten, jahrzehntelangen Kriegszeiten und der Suche nach den Ursachen, die u.a. zu Inquisition und Hexenverbrennungen führten. Das Gegenteil also zu unserer jetzigen Klimaentwicklung.

„Das eherne Zeitalter“, so nennt Blom die Zeit des aufkommenden Merkantilismus mit seiner Arroganz der Königshäuser, der kaltblütigen Ausbeutung von kolonialen Eroberungen, die dann mit wirtschaftsliberalen Theorien gesellschaftlich verbrämt wurden.

Es folgt ein illustrer Streifzug durch die Geschichte der Philosophie jener Zeit, nie zu trocken theoretisch, sondern immer auch biographisch anschaulich – weniger auf Vollständigkeit bedacht , als kritisch beleuchtend.

Im Epilog weist Blom auf die fatale Entwicklung vom bisherigen Marktliberalismus zu einer staatsautoritären Politik der Gegenwart hin, die wenig Platz für Optimismus lässt.

Gut, das Philipp Blom es nicht dabei bewenden lässt: Mit seinem Buch „Was auf dem Spiel steht“ macht er den folgerichtigen Schritt zu einer aufrüttelnden Analyse unserer zerbröckelnden Demokratie in der Krise…

Hans-Jürgen Simon, Dipl.-Bibl.

Workshop Bücher einbinden leicht gemacht

Bücher einbinden leicht gemacht – mit Folie oder Papier
Schulbücher, Lieblingsbücher, Tagebücher, … sind gut geschützt, wenn wir sie mit Folie oder Papier einbinden.Wie gelingt das ohne Falten oder Luftblasenbildung? In unserem Workshop erfahrt Ihr, wie Ihr Eure Bücher einbindet.

Wann? Samstag, den 01.09.2018 von 10.30 – 12.30 Uhr
Wo? bei uns in der Stadtbücherei Eckernförde
Anmeldung? Ja, gerne
Mitzubringen? Bücher und eigene Folie oder Wunschpapier. Wir stellen aber auch Material zur Verfügung: Kostenbeitrag: 2 Euro

MailbenachrichtigungEndlich! 

Ab sofort werden wieder zuverlässig Erinnerungsmails

einen Tag  vor Ablauf der Leihfrist verschickt!

 

Endspurt im FerienleseClub 2018

Am Dienstag, den 21. August endet der diesjährige FerienLeseClub! Das heißt: spätestens dann müsst Ihr Eure Logbücher abgeben und die letzten Fragen beantworten, wenn Ihr Urkunden für Eure Ferienlektüre bekommen möchtet und außerdem  Eure Zettel, ob Ihr an der Abschlussparty am Freitag, den 24. August teilnehmen wollt.

Wir bedanken  herzlich uns bei allen Eltern, die unser Buffet so reichhaltig bestücken. Die Kinder erwartet ein abwechslungsreiches Essen und wir haben genügend Beiträge erhalten.
Wir freuen uns auf einen spannenden Abend mit Euch!

„Altwerden ist nichts für Feiglinge“ – 3 Bücher auf einen Streich

Alt werden ist nichts für Feiglinge

Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky

Didierlaurent, Jean-Paul
 Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky
München:Dtv, 2017

Standort: SL-Obergeschoß
Signatur: DIDI

Manelle ist Altenpflegerin und hat die unterschiedlichsten Kunden. Es gibt die pingeligen Nörgler, aber auch Menschen wie den alten Herrn Dinsky, den sie besonders ins Herz geschlossen hat. Herr Dinsky hat als Kind das Konzentrationslager überlebt, weil ihn die Erinnerung an den Geschmack einer Schwarzwälder Kirschtorte aufrecht erhalten hat. Herr Dinsky leidet unter furchtbaren Kopfschmerzen und bekommt die Diagnose: Gehirntumor, Lebenszeit nicht mehr sehr lange.
Ambroise ist Sohn eines bekannten Onkologen, der sogar den Nobelpreis bekommen hat, steht  aber zu seinem Vater in keinem guten Verhältnis. Er ist Thanatopraktiker, ein Mensch, der Tote einbalsamiert und sie für die Trauernden hübsch herrichtet. Für ihn ist sein Beruf eine Berufung. Er bekommt den Auftrag, Monsieur Dinsky in die Schweiz zu bringen, und dessen angeblich toten Zwillingsbruder wieder zurück nach Frankreich zu überführen. In Wahrheit hat Monsieur Dinsky sich an eine Schweizer Sterbehilfeorganisation gewandt, weil er selbstbestimmt und in Würde sterben möchte. Auf dem Weg dorthin treffen er und Manelle aufeinander und es kommt wie es kommen muss. Das Buch endet ziemlich überraschend, aber mehr möchte ich Ihnen jetzt nicht verraten. Es liest sich wunderbar leicht und flüssig weg und berührt doch ein Thema, das zumindest von mir nicht mehr allzu weit entfernt ist.

Kennen Sie das, liebe Leser(innen), dass nicht Sie das Buch suchen, sondern dass ein Buch Sie findet? So ging es mir gleich mit drei Romanen, die ich Ihnen empfehle, und die alle das Thema Alter und altern, trotzdem die Lust am Leben und die positiven Dinge des Lebens zum Mittelpunkt haben. Das erste Buch über  Monsieur Dinsky hatte das Thema selbstbestimmtes Sterben zum Inhalt, das gleiche Anfangsthema beinhaltet auch das Zweite.

Kim, ohne Eltern aufgewachsen bei ihrer Oma auf einer bretonischen Insel, erhält an ihrem 26. Geburtstag von ihrer Oma, genannt die Katze, den Anruf, dass sie sich in der Schweiz aufhält und nicht wiederkommen wird, weil sie sich für ein selbstbestimmtes Sterben entschieden hat. Völlig konsterniert verlässt Kim die Insel und widmet sich in Südfrankreich der Betreuung der alten Gilonne. Sie führt ein kleines Notizbuch mit Spalten für Pro-und Kontraseiten des Lebens. Gilonne lebt in einem hochherrschaftlichen Altenheim, wird zunehmend dement, versprüht aber eine solche Lebenslust und Energie, dass Kim nicht anders kann, als sie in Herz zu schließen und sich um sie zu sorgen. Als sie mehr über Gilonne erfährt, kommen sehr viele negative Facetten von der alten Dame ans Tageslicht, die Kim keine Ruhe lassen. Sie forscht in der Vergangenheit und bewirkt manches Gute! Ihre Erkenntnis: das Leben ist es auf jeden Fall wert, bis zum Ende gelebt zu werden.

Lassen Sie sich verzauben von diesem leicht zu lesenden und trotzdem nachdenkenswerten Roman!

De Bure, Véronique
Die kleine Welt der Madame Jeanne

Auch dieses Buch ist eine wundervolle Liebeserklärung an alte Menschen. Angefangen vom Cover, das an eine Wachstuch-tischdecke erinnert, bis zur Form des Tagebuches im Inneren, fühle ich mich bei diesem Roman an meine vor Kurzem verstorbene Mutter erinnert.

Madame Jeanne, 90, lebt in der Mitte Frankreichs in einem kleinen Dorf. Täglich schreibt sie Erlebnisse in ihr Tagebuch. Nie spektakulär, sondern Alltägliches. Beispielsweise erwacht sie eines morgens und findet ihre Stiefmütterchen kahl vor. Übeltäter waren Rehe! Sie fährt noch Auto, bekommt Besuch von den Enkeln und freut sich doch, als diese nach einer Weile wieder abgeholt werden, und Ruhe einkehrt. Sie ermüdet schnell, kocht und backt leidenschaftlich und doch misslingt ihr eines Tages die Marmelade. Sie erlebt mit, wie ihre Nachbarin Marcelle immer sonderlicher wird, wie treue Weggefährten sterben und es einsamer um sie wird. Als ihre Tochter sie zu sich einlädt, gibt es im Ort nicht mal mehr die Möglichkeit eine Zugfahrkarte zu kaufen, dafür müsste sie erst in einen 30 km entfernten Ort. Eines Tages verfährt sie sich nach einem Besuch bei ihren Neffen und macht einen 50 km langen Umweg, anstatt die 5 km lange direkte Strecke zu fahren.

Man erlebt mit, wie Madame Jeanne durch die Jahreszeiten immer älter wird. Entzückend ist zwar nicht Tatsache, dass sie älter wird, sondern wie  sie das Ganze betrachtet. Gerade da wurde ich an das letzte Jahr mit meiner Mutter und die vielen Telefonate mit ihr erinnert. Zum Beispiel die Rehe: auch so niedliche, aber gefräßige Tiere, die die Tulpen und andere Pflanzen goutierten. Die Beschwerlichkeiten des Alltags, wenn man sich zum Nägel schneiden nicht mehr bis zu den Zehen beugen kann; die lieben Weggefährten, die einer nach dem anderen beerdigt werden müssen.

Lesen Sie selbst! Ich habe die letzten zwei Wochen viel literarischen Spaß gehabt.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt

 

Tonieboxen in der Bücherei

Tonies – das neue Audiosystem für Kinder

Tonies sind Würfelboxen mit viel Technik, die es sich zur Aufgabe gemacht haben das Wort Hörspiel in Hören und Spielen zu teilen. Früher gab es mit  Kassettenrekorder oder CD-Player zwar auch Technik zum Hören, aber jetzt kann man diesen robusten Würfel überall mit hinnehmen. Einmal aufgeladen, steht dem Hör-Spiel-Spaß für eine ganze Weile nichts im Weg. Egal ob im Garten oder im Kinderzimmer, Tonies sind jederzeit abspielbereit. Figur draufstellen und los geht’s!

toniebix

Was ist eine Toniebox?

Die Toniebox ist ein toller Würfel ohne Ecken und Kanten. Keine Rädchen, keine Regler – die Toniebox ist kinderleicht zu bedienen: Einfach drücken, klapsen, kippen und sie macht genau, was du möchtest.

 

P1050863

P1050858

 

Wie funktioniert die Toniebox?

Die Toniebox hat ein großes und ein kleines Ohr.

Mit dem großen Ohr schaltet man die Toniebox an. Leuchtet das LED dauerhaft grün und es ertönt eine kurze Melodie, ist die Toniebox bereit und man kann nun eine Toniefigur oben auf den Würfel stellen. Nun kann man sich egal wo in der Wohnung, im Garten oder sonst wo mit dem Würfel zurückziehen und den Geschichten lauschen. Die Toniebox braucht keinen direkten Strom, man lädt die Toniebox über eine Ladestation auf und kann sie somit überall mit hinnehmen. Mit den Ohren kann man den Würfel lauter oder leiser stellen. Wenn man die Geschichte vorspulen bzw. zurückspulen möchte, gibt man dem Würfel entweder rechts oder links einen leichten Klaps.

P1050862

P1050861

 

In der Stadtbücherei Eckernförde

haben wir drei Tonieboxen und momentan 6 Toniefiguren für die  Kinderbücherei angeschafft. Alle Tonieboxen können bei uns ausgeliehen werden.  Für die dazugehörigen Toniefiguren haben wir  Stellvertreter bei uns in der Kinderbücherei stehen. Die Figuren und die Würfel erhaltet Ihr an der Ausleihe.  Wir haben drei Toniewürfel, die mit jeweils der originalen Geschichte „Der Löwe, der nicht schreiben konnte“ ausgeliehen wird, und dazu kann man sich eine weitere Toniefigur ausleihen. Ihr könnt die Tonies für 2 Wochen mit nach Hause nehmen und sie können nur 1x verlängert werden. Reservierungen sind wie bei allen anderen Medien möglich.

Unser Tonie- Bestand befindet sich erst im Aufbau, deswegen bitten wir Euch um etwas Geduld, bis wir neue Geschichten anbieten können.

Die Stadtbücherei Eckernförde bedankt sich bei den Kolleg/inn/en aus der Stadtbücherei Eschweiler, die sich diese schöne Beschreibung ausgedacht haben und uns erlaubt haben ihren Text zu nutzen.

Workshop fliegende Bücher

Bushaltestellen werden einmal im Jahr fantasievoll gestaltet.
Und wir, die Stadtbücherei Eckernförde machen mit. In einem
Wartehäuschen lassen wir Bücher fliegen,
und im zweiten sind Krimis und Detektivgeschichten unser Thema. Dort
gibt es auch Bookcrossing – kostenlose Weitergabe von Büchern
an unbekannte Personen mit Rückmeldung über den Inhalt.

Für das Basteln der fliegenden Bücher brauchen wir Eure Hilfe!

Wann? Am Samstag, 28.07.2018 von 10.30 – 12.30 Uhr
Wo? Bei uns in der Bücherei.