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Leserempfehlung: Khyona – Im Bann des Silberfalken

Brandis, Katja
Khyona – Im Bann des Silberfalken
Würzburg: Arena, 2018; 474 S.

Standort: SLJ-Fantasy
Signatur: Bran

Kari macht mit ihrer Patchworkfamilie Urlaub auf Island. Dort warten Abgesandte aus Isslar, der Fantasy-Parallelwelt von Island, auf die von der Fürstin begnadigte Assassinin Cecily. Diese sieht Kari sehr ähnlich. Es kommt zu einer Verwechslung und schon wird die ahnungslose Kari anstelle von Cecily durch das magische Tor geführt. Kari selbst vermutet eine ausgefallene Geburtstagsüberraschung. Doch als sie während ihres Rittes die Gespräche ihrer Begleiter verfolgt, wird ihr klar, dass sie in Schwierigkeiten steckt. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als in die Rolle der Assassinin zu schlüpfen. Während Kari versucht, sich in der neuen Welt zurechtzufinden, schmeichelt sich die richtige Assassinin in ihrer zurückgelassenen Familie ein und treibt dort ihr hinterhältiges Handwerk.

Khyona ist ein Werk aus der Feder der Autorin der Woodwalkers-Reihe. Es ist ein hochgelobter Roman für weibliche Leseratten ab 12 Jahren.

Katja Brandis schreibt leicht und einfach. Der Roman besitzt Romantik, Humor und rasantes Szenentempo. Die Fantasywelt ist liebevoll gestaltet. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen.

Für mich war der Verlauf leider wenig überraschend und die Idee nicht neu. Mit der Hauptperson Kari hatte ich meine Schwierigkeiten. Ich traue Jugendlichen mehr Sprachgespür zu. Hättet Ihr nicht am Anfang etwas Zurückhaltung und Unsicherheit in einer fremden Welt? Kari stolpert mir recht unbedarft, plump und planlos durch Isslar. Schade, denn andere Helden sind von Katja Brandis glaubwürdig und gekonnt erschaffen.

Sicherlich werden weitere Bände dieser Reihe erscheinen, denn Khyona ist nur eine der Städte auf Isslar. Auch bleibt die Frage, ob und wie es mit Kari und ihrer neuen Liebe weitergeht.

Leserempfehlung von Nicole Bernhardt

Leserempfehlung: Kaspar, Opa und der Monsterhecht

 Mikael Engström
Kaspar, Opa und der Monsterhecht     
München:dtv Hanser, 2016

Standort: SLK2 (schöne Literatur für Kinder ab 9 Jahren)
Signatur:ENG

 Wenn Sie ein neues Buch zum Vorlesen suchen, dann sollten Sie unbedingt in dieses hineinlesen.

Kaspar lebt bei seinem Opa in einem kleinen Dorf in Schweden. Zusammen schnitzen sie Holzpferdchen und verbringen ihre Freizeit beim Angeln. Als der Außenbordmotor des Bootes kaputtgeht, kommt ein Angelwettbewerb gerade recht, denn der Gewinner soll einen Außenborder mit fünf Pferdestärken erhalten.

Was sich Kaspar und sein Opa einfallen lassen, um den größten Hecht zu angeln und ob sie es schaffen, erfahren Sie nach dem Genuss von 187 Seiten sprachlicher Brillanz.

Völlig zu Recht ausgezeichnet mit dem „Luchs“ von „Die Zeit“ und Radio Bremen, freut es mich, das dieses Buch den Weg zu mir gefunden hat. Es ist nicht von treibender Spannung oder durch Action geprägt, sondern durch ruhige Töne, Sprachgewalt und einer wundervollen Atmosphäre: Ein Buch, das Spaß macht, vorzulesen. Mit einer guten Kapitellänge und dem friedvollen Grundton bildet das Buch den idealen Tagesabschluss für Jungen und Mädchen ab 7 Jahren. Zum Selbstlesen könnte es etwas harmlos sein. In jedem Fall ist es ein gelungenes Buch mit Tiefe, das sich aus der Menge hervorhebt.

Leserempfehlung von Nicole Bernhardt

 

Wind und der geheime Sommer

Michaelis, Antonia
Wind und der geheime Sommer
Hamburg:Oetinger Verlag, 2018


Heute möchte ich Euch mal ein wunderschönes, spannendes Buch von Antonia Michaelis vorstellen. Ich habe Euch ja erzählt, dass ich  während des Jahres ganz viele Kinderbücher für den Ferienleseclub lese, weil ich mir zusammen mit anderen Kollegen Fragen dazu überlege. Dieses Buch hat einen ganz klaren Vorteil: es sind schon Fragen vorhanden, und so konnte ich es einfach lesen, weil es mir Spaß machte.

Antonia Michaelis hat schon viele Bücher für verschiedene Altersgruppen geschrieben und die meisten gefallen mir richtig gut. Übrigens: auch dieses Buch steht nächstes Jahr im Ferienleseclubregal!

John-Marlon ist ein 11 jähriger Junge, kommt nach den Sommerferien in die 6. Klasse. Er ist ziemlich unsportlich, weshalb sein Vater mit ihm trainiert: Fußball, Laufen, usw. Er möchte so gerne stolz auf seinen Sohn sein, der aber seine Erwartungen nie erfüllt. Per Zufall entdeckt John Marlon eine Baulücke in Berlin, in der eine Art Urwald wächst. Unumstrittene Herrscherin dieses Platzes ist Wind. Durch sie und mit ihr erleben John-Marlon, Jojo, Alicia, Esma und Goran die wildesten und besten Abenteuer. Sie tauchen in unterirdische Seen in Mexiko, überleben einen Sturm und Seenot, gehen auf Schatzsuche und geraten ins Visier einer Gaunerbande. John Marlons Eltern denken, dass ihr Sohn eine blühende Fantasie hat, wenn er von seinen Abenteuern erzählt. Welche Rolle aber spielen Pepe, der Schnautzermann und Hayat, die in dem Laden um die Ecke geheimnisvolle Gespräche führen? Und was macht Wind eigentlich, wenn sie die Anderen um 18.00 nach Hause schickt? Welches Geheimnis umgibt sie und was ist mit ihren Eltern?

Antonia Michaelis versteht es, ihre Fantasie so auszuleben, dass es auch für mich als Erwachsene so war, als würde ich in dieser Baulücke wirklich wahrhaftige Abenteuer erleben. Und ich war, auch wenn ich es ahnte, am Ende doch überrascht, wie das Buch ausging. Außerdem war es eins der wenigen Bücher, bei denen ich nicht den Schluß zuerst gelesen habe, weil ich mir den Spaß am überraschenden Ende nicht nehmen wollte.

Buchtipp September

Buchtipp Philipp BlomPhilipp Blom

Die Welt aus den Angeln

Eine Geschichte der Kleinen Eiszeit von 1570 bis 1700 sowie der Entstehung der modernen Welt, verbunden mit einigen Überlegungen zum Klima der Gegenwart

Hanser, 2017, 302 S.

Signatur der Stadtbücherei: Gesch 229 B

Um es gleich vorweg zu sagen: Schon lange hat mich kein Sachbuch mehr so fasziniert wie dieses.

Warum das? Mit seiner „Geschichte der kleinen Eiszeit“, deren naturwissenschaftliche Ursachen auch heute noch nicht restlos geklärt sind, versucht der Historiker Philipp Blom erfolgreich, Parallelen dieses Klimaphänomens und seiner Auswirkungen auf das Europa der Neuzeit mit unserer Gegenwart zu verknüpfen. Und das gelingt ihm ganz hervorragend.

Beginnend mit der als Titelbild verwendeten „Winterlandschaft“ eines Amsterdamer Malers beschreibt er zunächst höchst anschaulich ein Europa nach der Reformation, geplagt von harten Frösten, Hungersnöten, jahrzehntelangen Kriegszeiten und der Suche nach den Ursachen, die u.a. zu Inquisition und Hexenverbrennungen führten. Das Gegenteil also zu unserer jetzigen Klimaentwicklung.

„Das eherne Zeitalter“, so nennt Blom die Zeit des aufkommenden Merkantilismus mit seiner Arroganz der Königshäuser, der kaltblütigen Ausbeutung von kolonialen Eroberungen, die dann mit wirtschaftsliberalen Theorien gesellschaftlich verbrämt wurden.

Es folgt ein illustrer Streifzug durch die Geschichte der Philosophie jener Zeit, nie zu trocken theoretisch, sondern immer auch biographisch anschaulich – weniger auf Vollständigkeit bedacht , als kritisch beleuchtend.

Im Epilog weist Blom auf die fatale Entwicklung vom bisherigen Marktliberalismus zu einer staatsautoritären Politik der Gegenwart hin, die wenig Platz für Optimismus lässt.

Gut, das Philipp Blom es nicht dabei bewenden lässt: Mit seinem Buch „Was auf dem Spiel steht“ macht er den folgerichtigen Schritt zu einer aufrüttelnden Analyse unserer zerbröckelnden Demokratie in der Krise…

Hans-Jürgen Simon, Dipl.-Bibl.

„Altwerden ist nichts für Feiglinge“ – 3 Bücher auf einen Streich

Alt werden ist nichts für Feiglinge

Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky

Didierlaurent, Jean-Paul
 Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky
München:Dtv, 2017

Standort: SL-Obergeschoß
Signatur: DIDI

Manelle ist Altenpflegerin und hat die unterschiedlichsten Kunden. Es gibt die pingeligen Nörgler, aber auch Menschen wie den alten Herrn Dinsky, den sie besonders ins Herz geschlossen hat. Herr Dinsky hat als Kind das Konzentrationslager überlebt, weil ihn die Erinnerung an den Geschmack einer Schwarzwälder Kirschtorte aufrecht erhalten hat. Herr Dinsky leidet unter furchtbaren Kopfschmerzen und bekommt die Diagnose: Gehirntumor, Lebenszeit nicht mehr sehr lange.
Ambroise ist Sohn eines bekannten Onkologen, der sogar den Nobelpreis bekommen hat, steht  aber zu seinem Vater in keinem guten Verhältnis. Er ist Thanatopraktiker, ein Mensch, der Tote einbalsamiert und sie für die Trauernden hübsch herrichtet. Für ihn ist sein Beruf eine Berufung. Er bekommt den Auftrag, Monsieur Dinsky in die Schweiz zu bringen, und dessen angeblich toten Zwillingsbruder wieder zurück nach Frankreich zu überführen. In Wahrheit hat Monsieur Dinsky sich an eine Schweizer Sterbehilfeorganisation gewandt, weil er selbstbestimmt und in Würde sterben möchte. Auf dem Weg dorthin treffen er und Manelle aufeinander und es kommt wie es kommen muss. Das Buch endet ziemlich überraschend, aber mehr möchte ich Ihnen jetzt nicht verraten. Es liest sich wunderbar leicht und flüssig weg und berührt doch ein Thema, das zumindest von mir nicht mehr allzu weit entfernt ist.

Kennen Sie das, liebe Leser(innen), dass nicht Sie das Buch suchen, sondern dass ein Buch Sie findet? So ging es mir gleich mit drei Romanen, die ich Ihnen empfehle, und die alle das Thema Alter und altern, trotzdem die Lust am Leben und die positiven Dinge des Lebens zum Mittelpunkt haben. Das erste Buch über  Monsieur Dinsky hatte das Thema selbstbestimmtes Sterben zum Inhalt, das gleiche Anfangsthema beinhaltet auch das Zweite.

Kim, ohne Eltern aufgewachsen bei ihrer Oma auf einer bretonischen Insel, erhält an ihrem 26. Geburtstag von ihrer Oma, genannt die Katze, den Anruf, dass sie sich in der Schweiz aufhält und nicht wiederkommen wird, weil sie sich für ein selbstbestimmtes Sterben entschieden hat. Völlig konsterniert verlässt Kim die Insel und widmet sich in Südfrankreich der Betreuung der alten Gilonne. Sie führt ein kleines Notizbuch mit Spalten für Pro-und Kontraseiten des Lebens. Gilonne lebt in einem hochherrschaftlichen Altenheim, wird zunehmend dement, versprüht aber eine solche Lebenslust und Energie, dass Kim nicht anders kann, als sie in Herz zu schließen und sich um sie zu sorgen. Als sie mehr über Gilonne erfährt, kommen sehr viele negative Facetten von der alten Dame ans Tageslicht, die Kim keine Ruhe lassen. Sie forscht in der Vergangenheit und bewirkt manches Gute! Ihre Erkenntnis: das Leben ist es auf jeden Fall wert, bis zum Ende gelebt zu werden.

Lassen Sie sich verzauben von diesem leicht zu lesenden und trotzdem nachdenkenswerten Roman!

De Bure, Véronique
Die kleine Welt der Madame Jeanne

Auch dieses Buch ist eine wundervolle Liebeserklärung an alte Menschen. Angefangen vom Cover, das an eine Wachstuch-tischdecke erinnert, bis zur Form des Tagebuches im Inneren, fühle ich mich bei diesem Roman an meine vor Kurzem verstorbene Mutter erinnert.

Madame Jeanne, 90, lebt in der Mitte Frankreichs in einem kleinen Dorf. Täglich schreibt sie Erlebnisse in ihr Tagebuch. Nie spektakulär, sondern Alltägliches. Beispielsweise erwacht sie eines morgens und findet ihre Stiefmütterchen kahl vor. Übeltäter waren Rehe! Sie fährt noch Auto, bekommt Besuch von den Enkeln und freut sich doch, als diese nach einer Weile wieder abgeholt werden, und Ruhe einkehrt. Sie ermüdet schnell, kocht und backt leidenschaftlich und doch misslingt ihr eines Tages die Marmelade. Sie erlebt mit, wie ihre Nachbarin Marcelle immer sonderlicher wird, wie treue Weggefährten sterben und es einsamer um sie wird. Als ihre Tochter sie zu sich einlädt, gibt es im Ort nicht mal mehr die Möglichkeit eine Zugfahrkarte zu kaufen, dafür müsste sie erst in einen 30 km entfernten Ort. Eines Tages verfährt sie sich nach einem Besuch bei ihren Neffen und macht einen 50 km langen Umweg, anstatt die 5 km lange direkte Strecke zu fahren.

Man erlebt mit, wie Madame Jeanne durch die Jahreszeiten immer älter wird. Entzückend ist zwar nicht Tatsache, dass sie älter wird, sondern wie  sie das Ganze betrachtet. Gerade da wurde ich an das letzte Jahr mit meiner Mutter und die vielen Telefonate mit ihr erinnert. Zum Beispiel die Rehe: auch so niedliche, aber gefräßige Tiere, die die Tulpen und andere Pflanzen goutierten. Die Beschwerlichkeiten des Alltags, wenn man sich zum Nägel schneiden nicht mehr bis zu den Zehen beugen kann; die lieben Weggefährten, die einer nach dem anderen beerdigt werden müssen.

Lesen Sie selbst! Ich habe die letzten zwei Wochen viel literarischen Spaß gehabt.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt

 

Buchtipp Juni

Liebe zukünftige Lieblingsfrau
Pantelouris, MichalisBuchempfehlung

201 Seiten
Kein & Aber Verlag
ISBN 978-3-0369-5772-2
Standort: ALLG 1490 Pan

 

 

Der Titel hat mich neugierig gemacht, und das Buch hat mich nicht enttäuscht.
Entstanden aufgrund seiner Kolumnen in der Süddeutschen Zeitung, auf die M. Pantelouris tausende von Zuschriften erhielt, verrät das Buch, was während seiner Suche nach der zukünftigen Lieblingsfrau passierte.

Ehrlich, berührend und humorvoll erzählt Michalis Pantelouris, wie er als alleinerziehender Vater von zwei Töchtern das tägliche Chaos und das Auf und Ab der Gefühle nach einer Trennung meistert.
Ist es möglich, die zweite große Liebe zu finden? Wie funktioniert das heutzutage, in Zeiten des Internets. Die Rituale des Datens sind heute andere, als noch vor 10 Jahren.
In Form von Briefen an seine zukünftige Lieblingsfrau dürfen wir teilhaben an seinen Sehnsüchten und Unsicherheiten. Und am Ende der Lektüre, sind Sie, liebe Leserinnen, vielleicht genauso wie ich, in Versuchung , Herrn Pantelouris zu antworten…

Sabine Schorr

Buchtipp Mai

Pusteblumentage
von Rebecca Westcott

205 Seiten
dtv Verlag
ISBN 978-3-423-76165-9
Standort: Kinderbücherei
Signatur: SLK 3 Wes

Das Buch „Pusteblumentage“ hat mich begeistert und tief berührt.
Hauptperson ist die 13-jährige Liv, die mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder Isaak zusammen lebt und einen scheinbar normalen Alltag hat. Da Isaak das Asperger Syndrom hat, gerät Liv jedoch immer wieder in Situationen, die sie herausfordern. Auch fühlt sie sich von ihrer Mutter blamiert, als sie überraschend in den Laden stürmt und Liv energisch vor der  Kundschaft das Ohrlochstechen verbietet. Eigentlich sind es die gewöhnlichen Turbulenzen im Leben einer 13-Jährigen.

Doch dann bemerkt Liv, wie sich ihre Mutter verändert. Sie zeigt Liv das Kochen, obwohl sie selbst gar nicht kochen kann. Liv darf sich den ersten BH aussuchen, auch wenn sie noch gar keinen braucht. Und plötzlich erlaubt ihre Mutter sogar das Ohrlochstechen. Das ist unheimlich. Irgendwas ist nicht in Ordnung. Da erfährt Liv, dass ihre Mutter unheilbar krank ist. Ihre Welt gerät aus den Fugen.

Während sich Livs Mitschülerinnen mit Jungsgeschichten beschäftigen, übernimmt sie nun große Verantwortung, um ihren Eltern zu helfen, ihre Mutter zu unterstützen und ihr nahe zu sein.

Rebecca Westcott ist es gelungen, sehr einfühlsam mit dem Thema Verlust und Tod umzugehen. Gleichzeitig macht das Buch Mut. Es zeigt, dass es neben den schlechten traurigen Tagen auch allmählich wieder gute Augenblicke gibt, und es leichter wird, mit dem Verlust eines Menschen umzugehen. Das Buch „Pusteblumentage“ ist nicht nur für Jugendliche sondern auch für Erwachsene empfehlenswert!

Petra Schulschenk

Wat is da los im Watt?

Es gilt mal wieder, ein seltenes Prachtexemplar von außergewöhnlichem Sachbuch als Neuzugang der Eckernförder Stadtbücherei vorzustellen:

Cover: Gejl : Die Watvögel Europas

Standort: S
Signatur: BIO 890 G

Die Watvögel Europas. Von Lars Gejl
Haupt, 2017. 371 Seiten im Großformat. 49 €

So nüchtern der Titel, so faszinierend ist die Gestaltung dieses neuen Standardwerks zur Bestimmung von Strandläufern, Regenpfeifern, Schnepfen und Co. „Nur“ 82 Arten der in Europa vorkommenden Watvögel werden beschrieben – das aber mit 670 großformatigen Fotos von Einzeltieren und Gruppen, im Flug und am Boden. Übersichtsseiten mit Verwechslungsarten sind hilfreich, und fast 200 Silhouettenbilder erleichtern das Bestimmen.
Trotzdem ist es von Format und Gewicht her kein Bestimmungsbuch. Eher ist es geeignet, eigene (vergleichsweise enttäuschende?) Fotos leichter zuordnen zu können. Oder aber die Resultate dieses konkurrenzlosen Naturfotografen und Autors auf sich wirken zu lassen und die Schönheit dieser im Norden so häufig zu beobachtenden Vogelarten einfach voller Respekt zu genießen.
Die Artenbeschreibungen liefern ausführliche Informationen zu Vorkommen und Verbreitung, Zugverhalten, Brutbiologie und Gefiederkleidern (so viele!). Mit 43 QR-Codes bringt ein Smartphone zusätzlich Tonaufnahmen der Arten zu Gehör – ein Augen- und Ohrenschmaus ganz besonderer Art!

Dipl. Bibliothekar H.-J. Simon

Eine Eckernförder Leserin stellt vor -Americanah

Americanah.jpg.

Americanah

Chimanda Ngozi Adichie:
Americanah 
Frankfurt: Fischer, 2014

Standort: SL
SIgnatur: ADIC

Es gibt wenige Bücher auf dieser Welt, die einen so sehr fesseln, obwohl es nicht um Mord und Totschlag geht, in denen es den Charakteren erlaubt ist, sich zu entwickeln und zu verändern, die einem die Augen öffnen für Ungerechtigkeiten und wahre Kämpfer. „Americanah“ erzählt eine bewegende Geschichte, die es den LeserInnen trotz allem nicht immer leicht macht.

Ifemelu ist eine junge Frau aus Nigeria, die – wie so viele andere dort – in der Perspektivlosigkeit  der Militärdiktarur zu ersticken droht. Sie fasst den Entschluss, ihre Familie und ihren Freund Obinze zu verlassen und in den USA zu studieren. Da sie keine Arbeitserlaubnis hat, muss sie sich auf illegalem Weg Arbeit besorgen, um sich über Wasser halten zu können, bis es ihr schließlich gelingt, sich als Bloggerin einen Namen zu machen. Ifemelus Zeit in Amerika ist geprägt von dem Versuch dazuzugehören ohne sich aufzugeben, aber auch von Fehlern und Lügen und der Sehnsucht nach der Heimat.

Von „Americanah“ kann man  viel mitnehmen über wirkliche Probleme und scheinbare Selbstverständlichkeiten: über Diskriminierung, Identitätssuche, Einsamkeit, Unverstandenheit, Liebe oder auch einfach die Erkenntnis, wie gut es uns eigentlich geht, eine eigene Krankenversichertenkarte zu besitzen.

Katharina Köhler

 

Wen die Buchbesprechung von Katharina (Jahrgang 98) neugierig gemacht hat, dem empfehle ich auch den 1. Roman, den Katharina als e-book veröffentlicht hat.Obwohl ich sonst keine Krimileserin bin, dieser Roman ist ausgesprochen spannend und wartet mit einem überraschenden Ende auf.
Marie-Therese Fritzen-Einfeldt

Katharina Köhler

Schweig still!  Kriminalroman

Oldenburg: Schardt Verlag,2016
ISBN 978-3-89841-979-6
eBook 4,99 Euro

Buchtipp im November: „Frühling in Paris“

Blum, Fiona
Frühling in Paris
Goldmann Verlag
Standort: Obergeschoß
Signatur: SL Blum

 

Eine Freundin hat mir das Buch ans Herz gelegt. Das Cover und der Klappentext haben mich sofort gefangen genommen. In kurzer Zeit habe ich das Buch gelesen und kann es jetzt auch einfach nur weiterempfehlen.

Zum Inhalt:
Louise hat schon öfters ein neues Leben begonnen. Von ihrer Tante hat sie eine kleine Wohnung in Paris geerbt. Nun kommt sie im Frühling in die französische Metropole. Wird sie dort ihr Glück finden?
In der Rue d’Estelle trifft Louise die Bewohner des Hauses, in dem sie nun auch leben wird. Die Menschen wirken traurig und verloren. Da ist Nicolas, der seinen Lebensunterhalt als Clown verdient, die Balletttänzerin Camille, Isaac, der Tabakwarenladenbesitzer und Paulette, die Freundin der verstorbenen Tante. Mit ihrer Leichtigkeit bringt Louise Leben in die Straße. Von Paulette lernt sie backen und eröffnet in der ehemaligen Bäckerei ihrer Tante ein kleines Café.
Hat Louise nun ihr Glück gefunden?

Das Buch fasziniert mich. Die stimmungsvolle Sprache lässt mich tief in die Geschichte eintauchen. Die Schicksale der unterschiedlichen Charaktere berühren mich, und ich habe das Gefühl, die Nachbarn von Louise schon lange zu kennen.

Lassen Sie sich für einige Stunden entführen und genießen Sie den französischen Frühling!

Petra Schulschenk