Archiv der Kategorie: Kinderbuchempfehlungen

In dieser Kategorie finden sich Buch- und Medienempfehlungen für Kinder

Ein Kinderbuch ohne Jahrgrenze

Liebe Schwester

von Alison McGhee
Illustrationen von Joe Bluhm
Standort: SLK 3
Signatur: MAC

„Liebe Schwester, sie haben mich gefragt, wieso ich dich immer nur „Schwester“ nenne. Weil ich einen tollen Namen für dich ausgesucht hatte. Deswegen.
Aber haben sie auf mich gehört?
NEIN.
Also es bleibt bei „Schwester“.“

Liebe Schwester ist ein besonderes Buch.

Der Erzähler ist ein zehnjähriger Junge, er hat seit paar Monaten eine neue Schwester und seine Eltern wollen, dass er regelmäßig Briefe an sie schreibt. Der Bruder erklärt, was in ihren Leben passiert. Für ihn ist seine Schwester am Anfang nur nervig, weil sie die ganze Zeit weint.

Mit den Jahren geht es ein bisschen besser, aber es bleibt für den Jungen trotzdem nicht so einfach. Es gibt auch ein riesiges Problem, die Schwester liebt ein Buch und will immer wieder, dass ihr Bruder das Buch vorliest. Nach dreihundert Millionen Mal Lesung hat der große Bruder echt genug davon. Er macht trotzdem seiner Schwester zuliebe weiter. Beide Geschwister wachsen und sind manchmal getrennt. Sie lernen langsam, wie  man ohne den Anderen leben kann , die Schwester bastelt zum Beispiel für ihren Bruder, als sie ein paar Tage in einen Feriencamp bleibt und kriegt am Ende Noten von ihrem Bruder.

Dieses Buch ist über die Beziehung zwischen Geschwistern, aber auch über das Erwachsenwerden. Man liest das Buch sehr schnell, der Bruder zeichnet seine Schwester regelmäßig. Wir treffen nie die Eltern, sie sind „die Wärter“, sie prüfen, was der Bruder schreibt oder malt. Regelmäßig kommt wieder der Satz: „die obenstehende Entschuldigung ist eine offizielle Stellungnahme, zu der uns die Wärter gezwungen haben“.

Egal wie alt man ist, dieses Buch kann euch gefallen. Er ist auf jeden Fall nicht nur für Kinder, es ist für alle Leute, die mit Geschwistern oder ohne groß geworden sind. Die Schriftstellerin Alison McGhee schreibt für jedes Alter und die Zeichnungen von Joe Bluhm sind wunderschön. Dieses Buch ist besonders und  man kann es in diesen grauen Zeiten echt genießen.

 

Liest mal,

Caroline Weck
Bibliothekarin

Wie wäre es mit einem Familienchor?

Halli Hallo Halunken, die Fische sind ertrunken
Das Familien-Liederbuch von Sybille Hein
Weinheim: Beltz & Gelberg, 2020

Das Familienliederbuch von Sybille Hein

Standort: SK Kinderbücherei
Signatur: NO 77 H

Während der Coronazeit sind Chöre ja wegen der Aeorosole verboten, aber was spricht dagegen, mit den Kindern zuhause einen Familienchor zu gründen. Vielleicht mögen Oma und Opa, Onkel und Tanten mitmachen? Denn viele von den Liedern haben diese vielleicht mit Euch /Ihnen schon gesungen!

In dieser wunderschönen Liedersammlung treffen sich altbekannte Kinderlieder mit Geburtstagsliedern, Reise -und Abschiedsliedern, Tierliedern und vielen mehr. „Wenn sich die Igel küssen“ geben sich ein Stelldichein mit „Auf der Mauer, auf der Lauer“ oder „Im Märzen der Bauer“. Ebenso „Grüß Gott, du schöner Maien“, der sich im Jahresverlauf mit „Bunt sind schon die Wälder, sowie „Rudolph, the Red Nosed Reindeer“ abwechseln lässt.

Und wer meint, er habe die eine oder andere Melodie nicht mehr im Kopf -kein Problem, denn im Buch enthalten ist eine CD, auf der Falk Effenberger 40 Lieder eingesungen hat.

Hätte ich noch kleinere Kinder, würde ich gerne mit ihnen singen, denn es gibt nichts Schöneres als gemeinsam zu musizieren, aber leider sind meine schon erwachsen.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt
Diplom-Bibliothekarin

Zauberhafter Kinderbuch- Klassiker

Cover aus Koha

Baum, Lyman Frank:
Der Zauberer von Oz
Würzburg: Arena, 2019 (8. Auflage)

Standort:SLK3 Kinderbücherei
Signatur: Bau+

In dem Vorwort der Buchausgabe, die ich gelesen habe, schreibt Cornelia Funke: „Nimm die Einladung der gedruckten Buchstaben an und tritt ein in das seltsame Land von Oz. Und wenn du mehr Glück hast als ich, kommst du dorthin, während du noch ein Kind bist.“ Da stimme ich voll und aus ganzem Herzen zu.

„Der Zauberer von Oz“ von Lyman Frank Baum ist ein Kinderbuch-Klassiker, und ich weiß nicht, warum ich ihn bisher noch nie gelesen habe. In unserem Bestand war das Buch nicht mehr vorhanden. Ein Umstand, der geändert wurde! Auf dieses Buch wurde ich aufmerksam, als ich einen Roman für Erwachsene las, in dem die Geschichte eine zentrale Rolle spielt, dann tauchte die Geschichte als Film in einem Kinderbuch auf, und zu guter Letzt wurde sie als Neuausgabe auf unserer Einkaufsliste angezeigt. Wenn das kein Grund ist, um Euch die zauberhafte Geschichte ans Herz zu legen…

Dorothy wohnt in Kansas in Amerika bei ihrer Tante und dem Onkel und dem Hund Toto. Eines Tages tobt ein heftiger Zyklon und reißt sie mitsamt dem Haus in die Luft. Sie landet unbeschadet im Land Oz bei den Munchkins. Per Zufall ist ihr Haus genau dort gelandet, wo die böse Hexe des Westens stand und hat diese unter sich begraben. Nur die silbernen Schuhe der Hexe gucken unter dem Haus hervor. Da Dorothy aber wieder nach Hause möchte, bittet sie die gute Hexe des Nordens um Hilfe. Die schickt sie in die Smaragdstadt zum Zauberer von Oz.

Dorothy macht sich mit Toto auf den Weg. Sie trifft auf einen Krähenmann, eine Vogelscheuche, die sich Verstand wünscht, auf einen Blechholzfäller, der eingerostet ist und sich ein Herz wünscht, um lieben zu können. Zusammen setzen sie den Weg nach Oz fort und treffen auch noch auf einen ängstlichen Löwen, der Mut haben möchte. Nach vielen Abenteuern erreichen sie die unermesslich schöne Smaragdstadt, in der alles so funkelt und glitzert, dass alle Menschen grüne Brillen tragen. Der Zauberer von Oz stellt den 4 Gefährten eine Aufgabe, bevor er ihre Wünsche erfüllen will. Sie müssen die böse Hexe des Westens besiegen.

Das Ende dieser hübschen Geschichte möchte ich nicht verraten, denn Ihr sollt es ja am besten selbst lesen. Auch wenn das Buch verfilmt wurde und es ein Musical darüber gibt, die Bilder, die beim Lesen im Kopf entstehen, sind einfach die schönsten. Traut Euch, macht Euch auf den Weg und lasst Euch verzaubern, so wie ich es am Wochenende tat.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt (Diplom-Bibliothekarin)

Ein Kinderbuch mit Spaß-Faktor

Remington, Laurel
Scarlett -Ein Löffelchen Geheimnis und der Duft von Magie
Hamburg: Chicken House bei Carlsen, 2018

Standort:SLK3 (Schöne Literatur für Kinder ab ca.11Jahren)
Signatur: REM

Als dieses Buch geliefert wurde, habe ich es aufgrund des hübschen Covers gleich beiseite gelegt. Der Versuch, es unseren  Eckernförder Lesefüchsen (eine Gruppe von lesebegeisterten  Kindern zwischen 7-13 Jahren) zu vermitteln, scheiterte an anderer spannender Lektüre und schulischen Pflichten. Was für ein Glück für mich!

Scarletts Mutter ist Bloggerin mit vielen Followern und am allerliebsten schreibt sie über peinliche Sachen, die ihrer 13 jährigen Tochter passieren. Deshalb hat Scarlett aufgehört in der Schule an Klubs und AGs teilzunehmen, denn die Informationen bezieht ihre Mutter von einer ehemaligen Freundin. Scarlett hat auch aufgehört ihrer Mutter irgendwelche Dinge über sich zu erzählen.

Eines Tages kommt ihre alte Nachbarin, Mrs. Simpson, ins Krankenhaus und Scarlett fängt heimlich an, sich um deren Katze zu kümmern und sie zu füttern. Dabei findet sie in dem alten Haus eine toll ausgestattete Küche vor und ein wunderschön gestaltetes Kochbuch. Sie kann nicht anders und fängt heimlich an einen Kuchen zu backen. Es dauert nicht lange, bis ihr die Mitschülerin Violet auf die Spur kommt. Sie backen beide und plötzlich stehen mittags in der Schulmensa für alle zum Ausprobieren anonyme Keks-und Kuchenspenden, die reißenden Absatz finden.

Alles könnte so schön sein, wäre da nicht der schreckliche Mr Kruffs, der für das Parlament kandidiert und das Haus verkaufen möchte. Er möchte, dass Mrs. Simpson in ein Altenheim zieht. Wie sich herausstellt, ist er der Neffe der alten Dame, der sich nur Sorgen um sie macht, weil sie nicht mehr kocht, seit ihre Tochter gestorben ist.

In diesem Buch  sind so viele Elemente, die zur Sprache kommen: Freundschaft unter den Mitgliedern des geheimen Kochclubs, Fürsorge für eine alte alleinstehende Dame, Kinder, die sich mit viel Engagement für eine gute, lohnenswerte Sache einsetzen, der Spaß am Kochen und guten Essen.

Fazit: ein gut zu lesendes Buch mit Spaß-Faktor!

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt