Archiv der Kategorie: Kinderbuchempfehlungen

In dieser Kategorie finden sich Buch- und Medienempfehlungen für Kinder

Neue Entdeckung bei den Jugendromanen

Du neben mir

Du neben mir

Yoon, Nicola
Du Neben Mir
und zwischen uns die ganze Welt
Ravensburg: Ravensburger, 2016

Standort: SLJ-JUGENDROMANE
Signatur: Yoon

 

Ich habe noch nie so einen tollen Roman gelesen. Schon vom  ersten Kapitel an wird man  in Madeline F. Whittier hineinversetzt. Madeline hat einen seltenen Immundefekt und hat deshalb ihr Leben lang nicht das Haus verlassen. Für sie ist jeder Tag gleich. Doch dann zieht nebenan ein Junge ein und stellt ihr Leben total auf den Kopf. Wenn sie bei ihm ist, vergisst sie alles um sich herum. Um einen Tag im Freien mit Olly zu verbringen, würde Madeline alles riskieren. Alles! Ich würde das Buch denen empfehlen, die ein Fan von “ Das Schicksal ist ein mieser Verräter “ sind. Es ist eine schöne, aber zugleich auch eine Geschichte zum Nachdenken.

Luise Wienrich, 14 Jahre

Von pupsenden Fischen und schwimmenden Steinen

Otte,Carsten
Marte und das Meer: Von pupsenden Fischen und
schwimmenden Steinen.
Zürich: Orell Füssli, 2016

Otte, Carsten: Marte und das Meer

Otte, Carsten: Marte und das Meer

Standort: SLK1 Kinderbücherei
Signatur: OTT

Carsten Otte war 2013 Stipendiat im Künstlerhaus in Eckernförde. In dieser Zeit ist auch sein erstes Kinderbuch „Marte und das Meer“ entstanden. In kurzen Geschichten wird von der 5 jährigen Marte erzählt, die in einen Eckernförder Kindergarten geht und deren Vater der letzte Fischräuchermeister der Stadt ist. Von ihrem Vater erfährt das kleine Mädchen viel über Meer und Küste, zum Beispiel, wie man aus Silber Gold macht, indem man die Sprotten räuchert. Oder manches Interessante über Feuerquallen, sowie dass man mit Bernstein zaubern kann. Dieses Wissen gibt sie an ihre oft ungläubig staunenden Kindergartenfreunde weiter. Insgesamt sind so 10 nette kleine Geschichten mit viel Wissenswertem über Eckernfördes Ostseeküste entstanden, die sich nett schon kleineren Kindern vorlesen lassen.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt

Der Sommer der Eulenfalter

Standort: SLK3 Kinderbücherei Signatur: PEN

Pennypacker, Sara                                                             
Der Sommer der Eulenfalter
Hamburg: Carlsen, 2015

Stella und  Angel, mit der Stella wie Hund und Katze ist,  leben als Pflegekinder bei Großtante Louise, weil Stellas Mutter im Moment nicht in der Lage ist, sich um ihre Tochter zu kümmern. Stella findet dort zum ersten Mal so etwas wie ein Zuhause.

Eines Tages kommt sie aus der Schule nach Hause und findet die Tante  Louise tot im Sessel. Die Mädchen versuchen alles, um den Tod der Tante zu vertuschen, denn sie möchten nicht wieder in Kinderheime abgeschoben werden. Es geht soweit, dass sie die Tante beerdigen. Dabei haben sie die Hilfe eines Freundes von Tante Louise, der davon aber nichts weiß, weil sie ihm erzählen, dass Louise krank ist, und sie sich um alles kümmern. So kommt es auch, dass sie die Ferienhäuser auf dem Grundstück betreuen, sie putzen und kümmern sich um die Gäste. Das Trinkgeld verwenden sie teilweise dafür, um sich etwas zu essen zu organisieren. Oder sie versuchen von den Resten zu leben, die die Feriengäste in den Hütten zurückgelassen haben. Stella kümmert sich um die Blaubeerbüsche ihrer Tante, weil ihre Mutter diese früher mit angepflanzt hat. Allerdings braucht sie eine Weile, um herauszufinden, was die Büsche brauchen. Der alte George steht ihr dabei mit Rat zur Seite und erklärt ihr, welche Rolle die Eulenfalter spielen. Daher kommt auch der Titel des Buches. Irgendwann geht den Mädchen aber die Kraft aus und sie geben auf.  Es setzt sich eine ganze Maschinerie in Bewegung: Polizei, Pädagogen, Jugendamt, Kinderheim. Das Buch hat ein Happy End. Was mir allerdings etwas übertrieben vorkam, war, dass Stella mit ihren 12 Jahren eine Alleskönnerin ist, die gelernt hat, sowohl einen Haushalt zu managen, als auch einen ganzen Garten in Schuss zu halten, weil sie immer für ihre Mutter mitdenken und mitorganisieren musste. Die Zeit Kind zu sein, kam-wie manchmal auch im richtigen Leben- bis zum Ende des Buches etwas zu kurz.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen!

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt

 

Religion mal anders

Mohagheghi, Hamideh/ Steinwede, Dietrich
Was der Koran uns sagt: für Kinder in einfacher Sprache
München:Patmos, 2010

Standort: Kinderbücherei
Signatur: Rel 131 M

Der Koran hat mich schon längere Zeit interessiert. Umso willkommener ist dieses neue Kinderbuch. Gerade in Zeiten, wo  viele von Euch sich an neue Klassenkameraden gewöhnen müssen, die vielleicht eine andere Religion haben als Ihr selbst, kann es spannend  sein zu verstehen, worum es bei deren Religion geht. Auch für Eure Religionslehrer kann dieses Buch eine Hilfe für den Unterricht sein.

In einfacher, kindgerechter Sprache wird der Koran erzählt, natürlich nicht immer satzgetreu, sondern so, dass Kinder ihn verstehen können. Die wörtliche Übersetzung von Koran ist „Das -immer-wieder-zu Lesende“.

Und wer in dieses Buch schaut, wird feststellen, dass Islam und Christentum gar nicht so verschieden sind. So kommen viele Geschichten, die wir Christen aus dem Alten Testament kennen, auch im Koran vor. Die Schöpfungsgeschichte ist fast identisch, ebenso die Geschichten von Nuh (Noah). Ibrahim (Abraham) Yusuf (Josef) und Musa (Moses), etc. Unterschiedlich ist allerdings die Geschichte von Maria und Jesus. Da geht der Koran nicht davon aus, dass Jesus Gottes Sohn sein kann, sondern da Gott einer und der Höchste ist, kann er keine Kinder haben. Im Koran wird Jesus eher als Prophet gesehen. Und auch die Geburtsgeschichte ist eine andere.

Vielleicht kommt Ihr ja mal ins Gespräch mit Euren Klassenkameraden und möchtet Etwas genauer wissen. Dann ist dieses Buch eine gute Grundlage!

Mein Leben vor dem Krabbenbrot

Standort: Kinderbücherei Signatur: BIO 787 K

Standort: Kinderbücherei
Signatur: BIO 787 K

Kronberg, Inge
Mein Leben vor dem Krabbenbrot:
die Nordseegarnele Crangon crangon erzählt
Heide :Boyens, 2015

Auf dieses Buch haben bestimmt viele Leser gehofft. Endlich erfährt man mal kindgerecht etwas über die Nordseegarnele, die uns besser bekannt ist als gekochte Krabbe auf leckerem Krabbenbrötchen.

In Form einer Autobiographie lässt die studierte Biologin Inge Kronberg die Nordseegarnele von ihrem Leben erzählen. Mit sehr detaillierten Bildern und Beschreibungen beginnt das Buch mit einem Steckbrief der Nordseegarnele, bevor es über den Lebensraum, das Aufwachsen, die Sinne und vieles Mehr weitergeht. Ein wenig erinnerte mich das Buch an die schönen Epochenmappen unserer Waldorfschüler, die wir jedes Jahr während der Greenscreen Zeit zur Verfügung gestellt bekamen. Wer mal ein Referat über Krabben halten will, ist mit diesem Buch bestens beraten!

Kinderbücher für unsere neuen Mitbürger -أهلا وسهلا

Die Stadtbücherei Eckernförde bemüht sich um eine Willkommenskultur für unsere ausländischen Mitbürger. Um das Erlernen der deutschen Sprache zu erleichtern, bieten wir auch einige Bücher und Medien an, die zweisprachig sind. Eltern oder Betreuer sind in der Stadtbücherei willkommen und können diese Bücher gerne ausleihen. Sie stehen bei uns im Erdgeschoss bei der Gruppe DaF= Deutsch als Fremdsprache. Sollten Sie Schwierigkeiten haben, wir helfen gerne weiter. أهلا وسهلا

Hallo liebe Maus

Der Titel „Hallo, liebe  Maus-Im Kindergarten“ erklärt Kinder ab 2 Jahren spielerisch in deutscher und arabischer Sprache Dinge des Kinder-Alltages.

 

mein neuer Freund der Mond

Das Bilderbuch  „Mein neuer Freund, der Mond“ erzählt die  Geschichte eines kleinen Jungen, der abends von seinem Opa nach Hause radelt und feststellt, dass ihm der Mond überallhin folgt.

 

KeloglanHier handelt es sich um ein Buch mit relativ viel Text für Kinder ab ca. 4-5 Jahren. Es ist ein spannendes Märchen über Freundschaft, Freiheit und Hilfsbereitschaft.

 

 

 

Mein Freund Salim

Mein freund Salim

Signatur: MAR
Standort: SKL2-Freundschaft
Kinderbücherei

Marmon Uticha

Mein Freund Salim

Bamberg: Magellan, 2015

Heute möchte ich Euch ein Buch vorstellen, dass angesichts der täglichen Nachrichten über die Flüchtlinge gut zum Thema passt. Hannes und seine kleine Schwester Tammi haben ein Lieblingsbuch: Huckleberry Finn und Tom Sawyer. Eines Tages beobachtet Hannes auf dem Spielplatz einen Jungen, der sich sehr merkwürdig verhält. Er reagiert schreckhaft bis panisch , wenn es um laute Geräusche geht. Er scheint nirgends zu wohnen, stiehlt Nahrungsmittel, ist aber auch begierig darauf in Kontakt zu den Kindern zu kommen. Und er nennt sich Huck, wie  Huckleberry Finn. Nach und nach finden die Kinder heraus, dass er in Wahrheit Salim heißt. Salim hilft Hannes und seinen Freunden für das Schulfest ein Gruselkabinett zu gestalten, natürlich heimlich, denn in der Schule hat er nichts zu suchen. Bei einer Gelegenheit verliert Salim sein Buch und Hannes und Tammi stellen fest, dass es sich um Tom Sawyer handelt. Aber die Seiten sind bemalt. Und zwar kunstvoll bemalt. Erst denken sie, dass es sich um die gemalten Abenteuer von Huckleberry Finn handelt, aber immer stimmt irgendwas nicht mit den Bildern. Es gibt zum Beispiel Palmen, halbe Brücken, kaputte Schiffe und immer wieder Vögel. Zusammen mit ihren Freunden finden Hannes und Tammi heraus, dass Salim Flüchtling ist und aus Syrien kommt. Auf der Flucht wurde er von seiner Familie getrennt, die nach Schweden wollte. Und weil Salim kein Deutsch spricht und nur bruchstückhaft Englisch, verständigt er sich durch seine Malerei.

Ob das Buch ein gutes Ende hat, müsst Ihr selber lesen. Und ich wünsche Euch viel Spaß bei dieser schönen Freundschaftsgeschichte zu einem aktuellen Thema.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt

 

 

 

Was haben Löffel und Kraniche gemeinsam?

Löffelglück

Standort: SLK3 Kinderbücherei Signatur: HOL

Holczer, Tracy
Löffelglück
Hamburg: Carlsen, 2014

Tracy Holczers Buch „Löffelglück“ ist nicht nur ein sehr schöner neuer Titel mit einem ebenso gelungenen Cover, sondern er gehört in diesem Jahr auch zu den Büchern des Ferienleseclub. Lange hat das Buch auf meinem Schreibtisch gelegen, aber als ich angefangen habe, es  zu lesen, musste es sogar mit in die Mittagspause am Strand kommen. Das hübsche Cover mit der glitzernden Gänseblümchenkette, verrät nicht, dass das Buch durchaus ein ernstes Thema behandelt, in dem die Gänseblümchen eine sehr wichtige Rolle spielen.

Es wird  schön und auch liebevoll beschrieben, wie die 12- Jährige Grace zu ihrer Großmutter ziehen muss, nachdem ihre Mutter tragisch ums Leben gekommen ist. Grace hat in ihren 12 Jahren  noch nie die Oma gesehen, weil ihre Mutter  (schwanger mit 17)  im Streit mit ihr auseinander gegangen ist. Grace ist traurig und rebellisch und versucht mit vielen Tricks zu erreichen,  bei ihrer besten Freundin und deren  Familie  leben zu dürfen.

Aber je länger sie bei der Großmutter lebt, umso besser lernt sie diese auch kennen. Und sie muss feststellen, dass  nicht alle Vorurteile, die sie sich über die Großmutter zurecht gelegt hat, mit der Wirklichkeit und dem Wesen derselben übereinstimmen. So hat ihre Mutter ihr künstlerisches Talent (sie fertigte aus Metall Kraniche, in denen immer Löffel jeder Art verbaut wurden und bestritt dadurch den Lebensunterhalt)) von ihrer Mutter geerbt. Die Menschen im Ort nehmen Grace mit offenen Armen auf, und durch sie erfährt sie auch viel über ihren verstorbenen Vater, die liebevolle Beziehung ihrer Eltern und sie lernt zum ersten Mal, was ein richtiges, dauerhaftes Zuhause ist.

„Löffelglück“ ist ein wunderschönes Buch und trotz des Themas nicht traurig. Ich wünsche mir für das Buch viele Leser, die es ebenso gut finden wie ich.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt

Kinderspiele aus aller Welt

carrom kreisel

Standort: Kinderbücherei Signatur: Spo 818 C

Hauck, Eva

Carrom, Kreisel, Murmelbrücke

Kinderspiele aus aller Welt zum Selbermachen

Bern: Haupt, 2014

Heute möchte ich Euch und Ihnen ein ausgesprochen reizvolles Bastelbuch aus der Kinderbücherei empfehlen. Dieses Buch ist sowohl für Pädagogen, als auch für Erzieher/Innen eine wahre Fundgrube. Aufgeteilt nach Kontinenten werden verschiedene Kinderspiele vorgestellt. Es wird sehr kindgerecht erklärt, aus welchem Land die Spiele kommen. (Schach beispielsweise kommt ursprünglich aus Indien) und dazu gibt es für die jeweiligen Spiele sowohl die Spielregeln als auch eine ausführliche Bastelanleitung mit Materialbedarf sowie einer Altersangabe, ab wann die Kinder dieses Spiel selber nachbasteln können. Außerdem erfolgt die Angabe für welches Alter diese Spiele geeignet sind und mit wie vielen Spielern man sie spielen kann. Die meisten der in diesem Buch vorgestellten Modelle wurden von Kindern im Alter zwischen 4  und 15 Jahren gebastelt. Zum Nachbau der Originale kommt häufig Stoff, Holz oder Modelliermasse zum Einsatz, aber viele der Spiele kann man auch auf alternativen Materialien wie Papier, Bürgersteig (Kreide) oder im Sand aufzeichnen oder sie anderweitig  vereinfachen.

Ich kann mir dieses Buch sehr gut als Anregung für Stadtteilfeste, interkulturelle Projekte, Projektwochen in Kindergärten und Schulen und Ähnliches vorstellen.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt (Diplom-Bibliothekarin)

Anders ist ganz anders!

Standort: SLK3
KiBü Signatur: STEI

Steinhöfel, Andreas

Anders

Hamburg: Königskinder- Verlag,2014

„Anders“ heißt das neue Kinderbuch von Andreas Steinhöfel, der auch  die „Rico und Oskar“ Bücher geschrieben hat. Von der Gestaltung und der Aufmachung her ist ihm und dem Verlag ein wunderschön gestaltetes Buch gelungen. Aber wie man schon am Cover sieht, ist dieses Buch irgendwie anders und man kann es nur schwer beschreiben.

Felix Winter erleidet an seinem 11. Geburtstag durch eine Verkettung unglücklicher Umstände einen folgenschweren Unfall, nach dem er 263 Tage lang im Koma liegt. Als niemand mehr damit rechnet, erwacht er plötzlich, aber er kann sich an nichts mehr erinnern, was vor dem Unfall war. Er erkennt seine Eltern nicht mehr und seine ehemals besten Freunde auch nicht. Weil er sich auch nicht mehr fühlt wie vor dem Unfall, und plötzlich über die seltsame Fähigkeit verfügt, sich die Menschen nach Farben vorzustellen, beschließt er, sich Anders zu nennen. Eine Tatsache, mit der vor allem seine Mutter gar nicht klar kommt. Es ist während des ganzen Buches klar, dass vor dem Unfall irgendetwas passiert gewesen sein muss, von dem seine Freunde nicht möchten, dass er sich erinnert. Umso verbissener versucht er, es wieder an die Oberfläche kommen zu lassen. Die Menschen seiner Umgebung versuchen ihm zu helfen, allen voran sein Vater und seine Lehrerin, aber Anders eckt an und macht seinen Mitmenschen Angst. Am Ende des Buches kommt heraus, was Anders verdrängt hat.

Wegen der Schreibweise des Buches und der Geschichte würde ich das Buch nicht vor 12-13 Jahren lesen. Ich bin auch nicht sicher, ob Euch „Anders“ gefällt, denn das Buch ist anders und speziell.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt