Archiv der Kategorie: Kinderbuchempfehlungen

In dieser Kategorie finden sich Buch- und Medienempfehlungen für Kinder

Anders ist ganz anders!

Standort: SLK3
KiBü Signatur: STEI

Steinhöfel, Andreas

Anders

Hamburg: Königskinder- Verlag,2014

„Anders“ heißt das neue Kinderbuch von Andreas Steinhöfel, der auch  die „Rico und Oskar“ Bücher geschrieben hat. Von der Gestaltung und der Aufmachung her ist ihm und dem Verlag ein wunderschön gestaltetes Buch gelungen. Aber wie man schon am Cover sieht, ist dieses Buch irgendwie anders und man kann es nur schwer beschreiben.

Felix Winter erleidet an seinem 11. Geburtstag durch eine Verkettung unglücklicher Umstände einen folgenschweren Unfall, nach dem er 263 Tage lang im Koma liegt. Als niemand mehr damit rechnet, erwacht er plötzlich, aber er kann sich an nichts mehr erinnern, was vor dem Unfall war. Er erkennt seine Eltern nicht mehr und seine ehemals besten Freunde auch nicht. Weil er sich auch nicht mehr fühlt wie vor dem Unfall, und plötzlich über die seltsame Fähigkeit verfügt, sich die Menschen nach Farben vorzustellen, beschließt er, sich Anders zu nennen. Eine Tatsache, mit der vor allem seine Mutter gar nicht klar kommt. Es ist während des ganzen Buches klar, dass vor dem Unfall irgendetwas passiert gewesen sein muss, von dem seine Freunde nicht möchten, dass er sich erinnert. Umso verbissener versucht er, es wieder an die Oberfläche kommen zu lassen. Die Menschen seiner Umgebung versuchen ihm zu helfen, allen voran sein Vater und seine Lehrerin, aber Anders eckt an und macht seinen Mitmenschen Angst. Am Ende des Buches kommt heraus, was Anders verdrängt hat.

Wegen der Schreibweise des Buches und der Geschichte würde ich das Buch nicht vor 12-13 Jahren lesen. Ich bin auch nicht sicher, ob Euch „Anders“ gefällt, denn das Buch ist anders und speziell.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt

 

Standort: SLK 2  KiBü Signatur: ELS

Standort: SLK 2 KiBü
Signatur: ELS

Elson, Jane

Wenn das Leben wie Schokolade schmeckt

München: Cbj, 2014

Grace ist 10 Jahre alt und hat ein Superverhältnis zu ihrer Mutter. Aber just an ihrem Geburtstag entdeckt die Mutter einen Knoten unter dem Arm. Sie möchte Grace nicht beunruhigen, aber schnell ist klar, das bedeutet nichts Gutes.

Die Mutter muss in Krankenhaus, der Vater hat sich schon lange aus der Familie verabschiedet und sowieso keine Zeit. Also wird Grace bei ihrem strengen Großvater abgegeben, den sie aber eigentlich gar nicht kennt, und der anfangs auch nicht sehr erfreut ist über den besuch seiner Enkelin. Glücklicherweise lernt Grace gleich am 1. Tag Megan und ihr Schwein Claude kennen, von der Opa nicht wünscht, dass sie Umgang haben. Also treffen sich die Mädchen heimlich. Nur durch Megan schafft Grace es, sich in der neuen Schule und bei dem strengen Großvater zurechtzufinden. Aber sie macht sich große Sorgen um ihre Mutter und hat außerdem unerträgliches Heimweh. So ist es kein Wunder, dass sie und Megan während eines Schulausflugs auf die verrückte Idee kommen, nach London durchzubrennen um Grace Mutter im Krankenhaus zu besuchen. Dazu packt Grace alle Schokoladenvorräte von Ostern ein, die ihr die Nachbarn vom Großvater aus Mitleid geschenkt haben. Inzwischen hat Grace realisiert, dass der Knoten unter dem Arm nicht davon kommt, dass die Mutter sich beim Tanzen gestoßen hat, sondern dass ihre schlimmsten Befürchtungen wahr geworden sind.

Das Buch liest sich ausgesprochen gut, und wenn es an einigen Stellen etwas traurig ist, gibt es an anderen Einiges zu lachen. Es ist spannend und am besten ist das Ende. Ich wünsche mir, dass es Euch auch so gut  gefällt.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt

Literatur-was? Nobelpreisträger

Modiano Patrick

Catherine die kleine Tänzerin

Zürich: Diogenes, 2013

Buchcover Patrick Modiano, Catherine die kleine Tänzerin

Standort: Kinderbuch (SLK3)
Signatur: Mod

Zugegeben, der diesjährige Literatur-Nobelpreisträger sagte mir ebenso wenig wie manche der letzten Jahre. Nichts desto trotz hat Patrick Modiano ca. 30 Werke veröffentlicht.

Umso willkommener war mir dieser kleine Band, der auch durch die Illustrationen von Jean-Jacques Sempé eine ganz besondere Leichtigkeit erhalten hat. Modianos Werke beschäftigen sich viel mit dem Thema Erinnerungen. Diese kleine Erzählung über die Erinnerungen der inzwischen erwachsenen Catherine an ihre Kindheit in Paris eignet sich sowohl für Kinder als auch für Erwachsene und wurde 2013 neu aufgelegt.

Catherine lebt zusammen mit ihrem Vater im Paris, geliebt und gut behütet. Die Mutter, eine amerikanische Tänzerin, hat es in die Heimat zurückgezogen. Immer steht im Raum eines Tages ebenfalls zur Mutter nach New York zu ziehen. Der Vater betreibt zusammen mit Monsieur Casterade, der lieber Dichter wäre als Spediteur, einen Import-Export Handel mit ziemlich dubiosen Geschäftspraktiken, die oft nachts abgewickelt werden. Als eines Tages eine Lieferung mit Porzellan-Ballerinas ankommt, gibt dies den Anstoß für Catherine ebenfalls Ballettuntericht zu nehmen. Die liebevolle Vater-Tochter Beziehung und ihre Sicht auf die Welt, im wahrsten Sinn des Wortes, beide sind nämlich Brillenträger, und sie neigen dazu die Brille abzunehmen, weil man sich dann die Welt so träumen kann, wie man möchte, während man sich mit Brille der realen Welt stellen muss, macht ebenso wie Sempés Zeichnungen den Reiz der Geschichte aus. Ich wünsche diesem Band viele Leser, es lohnt sich.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt

Kinderbuchempfehlung für Januar 2015

50 Persönlichkeiten auf jeweils 3 Seiten

Cover von Manfred Mai "Kennst du die?"

Signatur: Allg 218 M
Standort: SJ
(Sachbuch Jugend in der Kinderbücherei)

In diesem Buch werden 50 Persönlichkeiten in dreiseitigen Porträts vorgestellt, deren Wirken im Leben Auswirkungen auf unsere gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung hatte. Kurz und durchaus nicht trocken werden für Schülerreferate relevante Informationen bereitgestellt. Sei es, dass man sich über den Philosophen Aristoteles, den Religionsgründer Buddha, über den Reformator Martin Luther oder über die erste Friedensnobelpreisträgerin Berta von Suttner informieren möchte.

Gerade die Tatsache, dass die Biografien nicht länger als drei Seiten sind, macht neugierig auf all die anderen Menschen, die noch in diesem Buch erwähnt werden. Und manchmal auch darauf, mehr über die einzelnen Menschen zu erfahren.                                                              Marie-Therese Fritzen-Einfeldt

Mai, Manfred: Kennst du die? : Entdecker, Erfinder, Herrscher und Künstler und wer noch die Welt verändert hat. München: Tulipan, 2014