„Diese Geschichte könnte die Welt verändern“. The Guardian

Cover aus Koha

Cover aus Koha

Cho, Nam-Jo
Kim Jiyoung, geboren 1982
Kiepenheuer & Witsch; 4. Edition

 Standort: SL-Schöne Literatur
Signatur: JO

Das Buch ist ein Porträt von Kim Jiyoung. Sie ist in Südkorea geboren und litt mit 32 Jahren an einer tiefen Depression. Sie ist gut verheiratet, hat Kinder gekriegt, aber irgendwie fühlt sie sich nicht gut.

Kim Jiyoung hat eine Schwester und einen kleinen Bruder. Die sechsköpfige Familie macht alles für das männliche Kind, die Schwestern teilen die Kleidungen, das Essen… Man merkt sehr schnell durch die Mutter, wieviel Arbeit die Frauen in dieser Gesellschaft machen müssen. Sie bleiben zuhause, kochen und sind auch oft für die Finanzen verantwortlich. Wenn der Mann nicht genug Geld verdient, müssen sie auch arbeiten.

Als die beiden Schwestern anfangen wollen zu studieren, überlegen sie vorher, wie sie das selbst finanzieren können, also nicht zu groß träumen. Die Firmen nehmen fast immer Männer und eine Anstellung zu bekommen ist schwieriger. Später erklären die Kollegen, dass die Frauen keine langen Projekte kriegen können, und  sie werden sehr selten in Führungspositionen eingestellt. Ihnen wird sowieso nach der Geburt  ihrer Kinder bald gekündigt. Fakt ist: nach der Geburt arbeiten 4 von 10 Frauen (Studie, 2015).

Kim Jiyoung ist die klassische südkoreanische Frau. Die Schriftstellerin erzählt später, dass dieses Buch eine Zusammenstellung ist. Kim Jiyoung ist eine Repräsentatin von allen Frauen, die auf Ihre Träume verzichten müssen. Der Therapeut, der das Porträt macht, erklärt später, dass viele Männer  diese Schwierigkeiten nicht verstehen können. Er ist selbst verheiratet, seine Frau ist hochgebildet, sie war im Studium besser als er und hat ihre Arbeit wirklich geliebt, aber wie Kim Jiyoung musste sie aufgeben.

Es ist heute mit Corona für die Frauen in Europa schwieriger geworden. Sie sind wieder mehr für den Haushalt und die Kinder verantwortlich. Dieses Buch zeigt ein radikales System. Das Buch ist aus diesen Gründen nicht nur für die Frauen wichtig, sondern auch für die Männer. Cho Nam-Joo integriert auch wissenschaftliche Studien, wenn man weitere Information finden will,

Unbedingt empfohlen

Caroline Weck
Bibliothekarin