Zauberhafter Kinderbuch- Klassiker

Cover aus Koha

Baum, Lyman Frank:
Der Zauberer von Oz
Würzburg: Arena, 2019 (8. Auflage)

Standort:SLK3 Kinderbücherei
Signatur: Bau+

In dem Vorwort der Buchausgabe, die ich gelesen habe, schreibt Cornelia Funke: „Nimm die Einladung der gedruckten Buchstaben an und tritt ein in das seltsame Land von Oz. Und wenn du mehr Glück hast als ich, kommst du dorthin, während du noch ein Kind bist.“ Da stimme ich voll und aus ganzem Herzen zu.

„Der Zauberer von Oz“ von Lyman Frank Baum ist ein Kinderbuch-Klassiker, und ich weiß nicht, warum ich ihn bisher noch nie gelesen habe. In unserem Bestand war das Buch nicht mehr vorhanden. Ein Umstand, der geändert wurde! Auf dieses Buch wurde ich aufmerksam, als ich einen Roman für Erwachsene las, in dem die Geschichte eine zentrale Rolle spielt, dann tauchte die Geschichte als Film in einem Kinderbuch auf, und zu guter Letzt wurde sie als Neuausgabe auf unserer Einkaufsliste angezeigt. Wenn das kein Grund ist, um Euch die zauberhafte Geschichte ans Herz zu legen…

Dorothy wohnt in Kansas in Amerika bei ihrer Tante und dem Onkel und dem Hund Toto. Eines Tages tobt ein heftiger Zyklon und reißt sie mitsamt dem Haus in die Luft. Sie landet unbeschadet im Land Oz bei den Munchkins. Per Zufall ist ihr Haus genau dort gelandet, wo die böse Hexe des Westens stand und hat diese unter sich begraben. Nur die silbernen Schuhe der Hexe gucken unter dem Haus hervor. Da Dorothy aber wieder nach Hause möchte, bittet sie die gute Hexe des Nordens um Hilfe. Die schickt sie in die Smaragdstadt zum Zauberer von Oz.

Dorothy macht sich mit Toto auf den Weg. Sie trifft auf einen Krähenmann, eine Vogelscheuche, die sich Verstand wünscht, auf einen Blechholzfäller, der eingerostet ist und sich ein Herz wünscht, um lieben zu können. Zusammen setzen sie den Weg nach Oz fort und treffen auch noch auf einen ängstlichen Löwen, der Mut haben möchte. Nach vielen Abenteuern erreichen sie die unermesslich schöne Smaragdstadt, in der alles so funkelt und glitzert, dass alle Menschen grüne Brillen tragen. Der Zauberer von Oz stellt den 4 Gefährten eine Aufgabe, bevor er ihre Wünsche erfüllen will. Sie müssen die böse Hexe des Westens besiegen.

Das Ende dieser hübschen Geschichte möchte ich nicht verraten, denn Ihr sollt es ja am besten selbst lesen. Auch wenn das Buch verfilmt wurde und es ein Musical darüber gibt, die Bilder, die beim Lesen im Kopf entstehen, sind einfach die schönsten. Traut Euch, macht Euch auf den Weg und lasst Euch verzaubern, so wie ich es am Wochenende tat.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt (Diplom-Bibliothekarin)

Das Leben schmeckt nach Nuss und Schokolade

Julia Fischer: Der Geschmack unseres Lebens Foto:Fritzen-Einfeldt

Fischer, Julia
Der Geschmack unseres Lebens
Müchen: Droemer Knaur, 2019

Standort: SL
Signatur: FISC

Ella ist fünf, als ihre Mutter den Freitod wählt. Bis sie erwachsen ist und selbst schon Mutter zweier Kinder, wusste sie nichts vom Suizid. Ihr Vater hat versucht, dieses Wissen vor ihr geheim zu halten. Ella widmet bis zum Krebstod des Vaters ihr ganzes Leben dem Versuch, die familieneigene Haselnussplantage in der Nähe von Turin am Laufen zu halten. Ihr Bruder Danilo, zwei Jahre älter, findet an dem Tag, als er zum Militärdienst muss, den Polizeibericht und erzürnt sich daraufhin derart mit seinem Vater, dass er jahrelang untertaucht. Er begibt sich in den folgenden Jahren auf Spurensuche, um den Freitod seiner Mutter besser verstehen zu können, während seine Schwester ihr eigenes Leben und Glück für ihren Vater opfert.

Die Mutter hat, wie sich im Laufe der Geschichte herausstellt, an einer bipolaren Störung gelitten. Was sie ihren Kindern hinterlassen hat, ist ein Rezeptbuch mit Kuchen- und Pralinenrezepten und die bedingungslose Liebe zu der Geschichte „Der Zauberer von Oz“, die sich auch bei Ellas Kindern fortsetzt.

Ella macht sich nach dem Tod des Vaters mit einer Chocolaterie selbständig, ihr Bruder arbeitet nach dem Verkauf der Plantage bei dem neuen Besitzer Michele und dessen Familie. Er wohnt bei dem Nachbarn Salavtore, der im Krieg seine große Liebe und sein ungeborenes Kind im Widerstand verloren hat.

Salvatore gehört zu den  9 alten Männern vom Stadtplatz. Es sind alte Männer, aus jedem Bezirk der Stadt ein Mitglied, die sich jeden Abend draußen auf dem Markt treffen. Sie spinnen Intrigen und sind die heimlichen Regenten der Stadt und spielen somit auch für Ella und ihre Umgebung sehr eine wichtige Rolle. Die  200 Jahre alten Liebesbriefe, die Micheles Mutter  hinter einer Marienstatue gefunden hat und die an Ellas Urahnin gerichtet waren, bestärken Ella darin, ihren eigenen Träumen zu folgen und nicht zu warten bis es zu spät im Leben ist. Diesen Briefen verdankt sie die Entdeckung des i-Tüpfelchens für ihren legendären Nusskuchen „torta die nocciole“. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz in diesem Buch.

Dieses Buch hat mir Spaß gemacht. Ich hatte fast das Gefühl den Geschmack der „torta die nocciole“ auf der Zunge zu spüren und  die italienische Sonne im Gesicht. Und: ganz sicher, meine nächste Lektüre wird die Geschichte „Der Zauberer von Oz“ sein, denn diese Geschichte zieht sich durch den ganzen Roman.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt, Diplom-Bibliothekarin

 

 

Erlesenes von unserem ehemaligen Kollegen Herrn Simon

Foto: A. Lager

Giordano, Paolo
In Zeiten der Ansteckung
Rowohlt, April 2020, 8 €,
im guten Buchhandel / der Bibliothek ihres Vertrauens

Standort: Sachbuch
Signatur: SOZ 980 G

 

Der Autor: Ein Romane schreibender italienischer Physiker. Das Thema: Corona. Er „führt Buch“ über seine Gedanken in diesen Zeiten, und die sind erfreulich luzide.

War es mir zu Beginn fast etwas zu persönlich gehalten, so wächst von Seite zu Seite die Sympathie für diesen wachen kritischen Zeitgenossen. Seine Sicht der Dinge mag unsystematisch erscheinen, sie hebt sich aber wohltuend von all der übrigen medialen Berichterstattung ab. Sein Rat: Die Mahnungen der Wissenschaftler, seien sie auch uneinheitlich, ernst nehmen und: Carpe Diem.

Die Zeit der Pandemie(n) ist leider noch nicht vorbei, deshalb ist das kluge Büchlein mit seinen knapp 80 Seiten in 27 Kapitelchen eine unbedingt lohnende Lektüre!

Hans-Jürgen Simon, Alt-Bibliothekar

Auch in diesem Jahr – FerienLeseClub 2020

Trotz oder gerade wegen Corona – auch in diesem Jahr wird der beliebte FerienLeseClub (FLC) stattfinden.

Eingeladen sind alle Kinder, auch unsere Urlaubsgäste, die nach den Sommerferien in die 4. Klasse kommen und alle älteren Kinder und Jugendliche.

Was ist der FerienLeseClub ?

Ihr lest in den Sommerferien Bücher, tragt sie in ein Logbuch ein und unterhaltet Euch mit uns über Eure Lektüre. Dafür bekommt Ihr von uns Stempel.  Für die Teilnahme am FerienLeseClub müsst Ihr Clubmitglieder werden, dann warten viele extra für Euch neu angeschaffte Bücher exklusiv auf Euch! Ausgestattet mit Logbuch und Clubausweis könnt Ihr Euch ab dem 25. Juni 2020 mit Lektüre für die Sommerferien ausstatten. Ihr müsst Euch in der Stadtbücherei für den FLC anmelden. Das könnt Ihr ab dem 16.6. 2020 machen. Nach den Ferien sammeln wir die Logbücher mit Euren Eintragungen wieder ein, damit wir Eure Urkunden schreiben können. Es gibt, wie bei den Olympischen Spielen, Urkunden in Gold, Silber und Bronze zu gewinnen. Wenn Ihr in der Ferien 1 Buch lest, bekommt Ihr schon eine Bronze-Urkunde sowie einen Preis. Wenn Ihr 3 Bücher lest, habt Ihr schon eine Silber – Urkunde sicher, und ab 7 Bücher steht der Gold – Urkunde nichts mehr im Weg. Ab Freitag, den 14.8. könnt Ihr Euch Eure Urkunden und die Preise  in der Stadtbücherei abholen. Wegen Corona wird es in diesem Jahr leider keine große Abschlussparty geben können.

Weil wir wegen Corona eingeschränkte Öffnungszeiten mit einer langen Mittagspause haben, bitten wir Euch, Euch über unsere Öffnungszeiten auf der Homepage zu informieren.

Übrigens: Auch wenn Ihr gleich in den Sommerferien in den Urlaub fahrt, Ihr könnt noch jederzeit in den Ferien starten.

 

Buchempfehlung Mai 2020

Cover aus Koha

Jasmin Schreiber
Marianengraben
257 Seiten
Verlag: Eichborn

Standort: SL
Signatur: Schrei

„Mein Roman in zwei Sätzen

Es geht um kleine Brüder, um Liebe, Tod und darum, wieso man immer in die Berge fahren sollte, wenn das Leben zu viel und der Druck ganz unten im Marianengraben zu hoch wird. Und um eine Henne namens Lutz.“ Jasmin Schreiber, Buchreport

Der Marianengraben im Pazifischen Ozean ist mit einer Maximaltiefe von 11 000 die tiefste Stelle der Weltmeere. Da leben unbekannte Tiere, Fische, fast eine andere Welt. So tief ist die Liebe von Paula für ihren kleinen Bruder Tim, der den Marianengraben megakrass fand.

Tim hatte eine Faszination für den Ort. Nach seinem Ertrinken auf einer Familienreise, fällt Paula in eine tiefe Depression, tief wie der Marianengraben. Sie war an dem Tag nicht da und fühlt sich schuldig. Sie will ihre Eltern und Freunde nicht mehr sehen, und schreibt auch nicht mehr ihre Doktorarbeit auf dem Gebiet der Biologie.

Ihr Therapeut kann Paula kaum helfen und empfehlt einen Besuch am Grab, in einem Moment wo weniger Leute da sind. In der Nacht trifft Paula den achtzigjährigen Helmut, der auch am Friedhof gelandet ist. Er hat die Urne von einem Bekannten ausgegraben und will sie an einen anderen Ort bringen, um eine Abschiedsreise zu machen. Zusammen fangen sie einen Roadtrip zu Helmuts Elternhaus in Südtirol an und reden über die Vergangenheit und den Verlust eines geliebten Menschen. Zwischen den Seiten erfahren wir auch über die Diskussionen zwischen Paula und ihrem Bruder, der immer Fragen hatte.

Das Buch ist manchmal lustig, manchmal melancholisch. Helmut und Paula überleben und kämpfen mit Schuldgefühlen und Traurigkeit. Paula kommt langsam wieder ins Leben zurück. Das Thema ist schwer, aber die Schriftstellerin findet immer Momente für  lustige Situationen.

Jasmin Schreiber hat selbst als Sterbebegleiterin Erfahrung mit Trauer, sie ist auch bekannt als Bloggerin und hat in 2018 den Digitale Female Leader Award gewonnen.

Caroline Weck
(Bibliothekarin)

Aktion Ferienspaß Sommer 2020

Aktion FerienspaßDas Programmheft der Aktion Ferienspaß ist fertig!

Das Angebot ist wie immer vielfältig, interessant und bunt und erscheint in diesem Jahr im Emoji-Look! Für jede Stimmungslage ein Emoji.

Neu ist in diesem Jahr, dass das Programm nur online zur Verfügung steht. Einfach den folgenden Link anklicken und durch die interessanten Angebote stöbern 🙂

 

Aktion Ferienspaß 2020 Programm

Wichtig ist in diesem Jahr: Aufgrund der CoronavirusPandemie müssen nach wie vor die geltenden Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Ob ein Angebot stattfinden kann, entscheidet der Veranstalter. Informationen dazu unter www.eckernfoerde.de oder direkt beim Veranstalter.

Wir sind wieder da!

Hauptportal der ehemaligen Willers-Jessen-Schule

Die Stadtbücherei ist ab Dienstag, den 05.05.2020 wieder geöffnet!
Wir freuen uns sehr, Sie dann in den Räumen der ehemaligen Willers-Jessen-Schule begrüßen zu dürfen!
Um die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten, gilt Folgendes:

* Es gilt das Einbahnstraßenprinzip: am Nebeneingang (Postseite) rein => Buchrückgabe und   am Hauptportal raus => Buchausgabe
* Mund-Nase-Schutz ist Pflicht  Ausnahme: Kinder unter 6 Jahren
* Auf Abstand ( 1,5 m ) in allen Räumen achten

Bis auf weiteres gelten folgende Öffnungszeiten:
Mo. geschlossen
Di. ,Do., Fr. 10-12 und 14-17 Uhr
Mi. 10-13 Uhr
Sa. 10-13 Uhr (jeden zweiten Sonnabend) ab dem 06.06.2020)

Buchtipp April 2020

Fünf Wörter für Glück

Dove, Ella
Fünf Wörter für Glück
399 Seiten
rororo Verlag, 2019

Standort: SL
Signatur: Dove

Das Wort „Glück“ hat eine besondere Anziehungskraft.
Der erste Satz – „Mein Sturz hatte keine 2 Sekunden gedauert, und doch hatte es sich so angefühlt, als würde ich in Zeitlupe fallen.“ – hat mich neugierig gemacht. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Die Hauptfigur Heidi ist auf der Schauspielschule, kurz vor dem Abschluss, und verdient sich ihren Lebensunterhalt mit einem Job in einer Bar. Von ihrem Singledasein hat sie die Nase voll. Da verändert ein Unfall ihr Leben komplett: Heidi wird ein Bein amputiert. Sie ist am Ende und weiß nicht, wie sie mit ihrem Schicksal zurechtkommen soll. Da lernt sie während der Reha Maud kennen, eine rüstige 80-jährige Dame. Maud und ihrem Enkel Jack gelingt es, Heidi aus ihrer Isolation herauszuholen und ihren Lebenssinn zu wecken. Für Jack hat Heidi bald mehr als nur freundschaftliche Gefühle. Aber wie steht er dazu?

Heidis Schicksal hat mich sehr bewegt. Schon als Kind hatte ich häufig mit Menschen, die von Amputationen betroffen waren, zu tun. Das war der Blick von außen. Nun habe ich in diesem Buch einen Einblick in das Leben einer Betroffenen selbst bekommen: wie lernt Heidi den Umgang mit den Schwierigkeiten, Hoffnungen und Zweifeln. Was fühlt sie? Wie reagieren die Menschen in ihrem Umfeld?

Erst am Ende des Buches erfährt der/die LeserIn, dass die Autorin ihre eigene Geschichte als Grundlage für diesen Roman genommen hat. Sie hat selbst durch einen Unfall ihr Bein verloren. Das macht diesen Roman für mich so besonders und empfehlenswert.

Petra Schulschenk
(Verwaltungsfachangestellte)

Lektüre für Leser/innen, die sich auf Etwas einlassen mögen

Olmi, Veronique
Bakhita
Hoffmann und Campe, 2019

Cover aus Koha

Standort: SL
Signatur: Olmi

In „Bakhita“  erzählt Veronique Olmi eine wahre Geschichte. „Bakhita“ heißt eigentlich die  Glückliche. Bakhita lebte ungefähr in der Zeit von 1869 bis 1947.

Dieser Roman entwickelt von der ersten Zeile an eine fast brutale Sogwirkung auf den Leser. Ein kleines Mädchen aus Darfur erlebt als  Fünfjährige  im Sudan zum ersten Mal wie mordende Männer ihr Dorf überfallen. Ihre 14jährige Schwester Kishmet, die gerade ein Kind bekommen hat, wird entführt. Als sie ungefähr sieben Jahre alt ist, wird sie selbst beim Viehhüten entführt und fortan als Sklavin entlang der Sklavenrouten vergewaltigt, fast zu Tode gefoltert und gedemütigt.

Ich habe beim Lesen die verschiedensten Gefühlslagen durchgemacht. Tränen des Mitleids für das Schicksal dieses kleinen Mädchens, des Zorns über unsere Gesellschaft der damaligen Zeit und der Scham, zu welchen Handlungen Menschen fähig sind.

Mit ca. 14 Jahren hat Bakhita endlich einmal Glück und wird an den italienischen Konsul in Khartoum verkauft. Zumindest er versucht  ihr zu helfen. Aber da sie im Lauf der Jahre nicht nur ihren Geburtsnamen vergessen hat oder zu welchem Volk sie gehört, von ihrer ursprünglichen Stammessprache nicht erst zu reden, kann er nicht viel für sie tun. Als er aufgrund der politischen Entwicklungen zurück nach Italien geht, überzeugt sie ihn, sie mitzunehmen. Sie wird als Sklavin einer befreundeten Familie geschenkt, deren Tochter sie das Leben rettet und für die sie fortan als Kindermädchen zuständig ist. Die Liebe, die sich zwischen dem  Kind und der Sklavin entwickelt, wird sie das ganze Leben hüten wie einen kostbaren Schatz.

Als die Familie sich endgültig in Sawakin, einer sudanesischen Hafenstadt am Roten Meer,  niederlässt, weigert sich Bakhita zurückzukehren. Sie erbittet die Aufnahme ins Kloster der Canossianerinnen. Sie möchte nur noch dem „Sklaven am Kreuz“ dienen. Über 50 Jahre verbringt sie in diesem Orden, als tiefschwarze Nonne wird sie von den einen verteufelt, von den anderen wie ein Zirkustier bestaunt. Auch im Kloster verläuft ihr Leben nicht viel erfreulicher, aber ihr Leib und Leben sind nicht mehr in Gefahr und sie kommt zur Ruhe. Zeitlebens schlägt ihr Herz für die Kinder, die immer die Leidtragenden des politischen Geschehens sind. Sie erlebt zwei Kriege. Eines Tages wird die Geschichte ihres Lebens als Buch veröffentlicht, was nicht nur einen medialen Hype auslöst.

Im Jahr 2000 wird sie von Papst Johannes Paul II heiliggesprochen und ist damit die erste sudanesische Heilige.

Ich lege Ihnen diesen Roman dringend ans Herz, auch wenn es keine leichte Lektüre ist, denn mich hat lange kein Buch mehr so tief beeindruckt.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt
(Diplom-Bibliothekarin)

Zusammen ist der schönste Ort

Liebe Leser/innen,
auch wenn wir alle durch Corona ausgebremst werden, möchte ich Ihnen Lektüre empfehlen. Vielleicht schaut die Eine oder der Andere mal auf unsere Homepage und entdeckt etwas Neues. Zwar können wir Sie nicht persönlich bedienen, aber vielleicht möchten Sie unsere örtlichen Buchhändler unterstützen, bei denen man noch via Online-Shop Bücher bestellen und liefern lassen kann.

Cover aus dem Katalog der Stadtbücherei Eckernförde

      Knigge, Judith
      Zusammen ist der schönste Ort
      München; Verlagsgruppe Randow House, 2018

      Standort:SL- Obergeschoss
      Signatur: Knig

Zusammen ist der schönste Ort- diese  Behauptung könnte man fast auch für unsere Umzugsphase gelten lassen, liebe Leser/innen – beim Aufräumen im Obergeschoss fiel mir dieses nette Buch in die Hand. Was man dem Cover nicht ansieht und auch dem Klappentext nicht entnehmen kann, ist die Tatsache, dass die Geschichte in Schleswig-Holstein angesiedelt ist und zwar am Plöner See.

Dagmar, Unternehmersgattin ohne Beruf, steht, nach dem  töd-lichen Verkehrsunfall ihres Mann, mit Ende 40 vor den Scherben ihres Lebens. Zudem teilt der Steuerberatet ihr mit, dass die Firma ihres Mannes Insolvenz anmelden muss und er außer-dem eine hohe Hypothek auf ihr Haus aufgenommen hat. Was nun? Das Haus verkaufen? Diese Option käme ihrem Sohn gelegen, der auf sein Erbe spekuliert.

In einer Fernsehsendung sieht sie einen Beitrag über eine Wohngemeinschaft auf einem Bauernhof und so entsteht die Idee, für ihr viel zu großes Haus Mitbewohner zu suchen, um die Kosten zu minimieren und Einnahmen zu generieren.

So kommt eine ganz gemischte Schicksalsgemeinschaft zustande: Karina, 23 jährige Studentin mit Problemen, ein ehemaliger Bauer namens Karl, ein berühmter Schlagerstar namens Frank, sowie die krebskranke Beate, die Älteste in diesem bunten Haufen. Es dauert nicht lange und die Bewohner verbindet eine tiefe Freundschaft.

Nun möchte ich Ihnen aber nicht zu viel verraten, denn sie sollen bei dieser Lektüre, die gut für einen netten Frühlings-oder Sommernachmittag geeignet ist, ja selber noch Spaß Haben.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt
(Diplom-Bibliothekarin)