Worpsweder Künstler und Rilke

Konzert ohne Dichter

Konzert ohne Dichter

Modick, Klaus
Konzert ohne Dichter
Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2015

Standort: SL
Signatur: Modi

Heute möchte ich Ihnen mal einen schon etwas älteren  (2 Jahre) Titel aus unserem literarischen Bestand empfehlen. Angeregt durch den Titel, der mich neugierig machte, denn was hat ein Konzert mit einem Dichter zu tun?, begann ich den Klappentext von Klaus Modicks Buch „Konzert ohne Dichter“ zu lesen und fühlte mich angesprochen. Die Chronique scandaleuse Worpswedes versprach genauere Einblicke in die Künstlerkolonie, auf die ich richtig aufmerksam wurde durch den Besuch des Filmes „Paula“ Anfang des Jahres. In diesem Roman spielt  die etwas zwiespältige Freundschaft zwischen dem Künstler Heinrich Vogeler und Rainer Maria Rilke eine gewichtige Rolle. Die eigentliche Hauptperson ist Heinrich Vogeler und erzählt  wird die Geschichte der Entstehung des berühmtesten Worpsweder Bildes „Das Konzert oder Sommerabend auf dem Barkenhoff“ von 1905. In dieser Zeit ist Rilke häufig längere Zeit zu Gast auf dem Barkenhoff. In Modicks Buch wird er als ziemlich berechnender, unsympathischer und teilweise weltfremder Dichter gezeichnet, der meistens nur düster murmelnd durch die Worpsweder Gegend streift. Dass Rilke dabei wunderbare Gedichte gelungen sind, die nicht nur die Worpsweder Damen begeistern, gerät eher zur Nebensache. Trotzdem ist Modick ein spannendes Zeitbild aus der Worpsweder Künstlerwelt gelungen und hat mich dazu angeregt mich nun ausführlicher mit Rilke zu beschäftigen. Also Literatur und Leseförderung im besten Sinn!

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt