Die Eckernförder Kinder lesen wie die Weltmeister!

Am 10. September fiel der Startschuss für eine neue Leseförderungsinitiative in Eckernförde. Der Friedrich-Bödecker Kreis  in Schleswig-Holstein hat diese Aktion, genannt „Büchertürme“, in Zusammenarbeit mit der Kinderbuchautorin Ursel Scheffler für Eckernförde initiiert.

Mit einer großen und bunten Eröffnungsveranstaltung im Kurpark wurde die „Eins-Zwei-Drei-Engel für Eckernförde“ Aktion gestartet. Das Ziel ist, dass Kinder der Klassen 1-5 so viele Bücher lesen, dass die Höhe der aufeinandergestapelten Bücher denen der 3 Engel auf einigen Eckernförder Gebäuden entspricht. So ist der Engel auf dem Rundsilo am Hafen beispielsweise 39 m hoch. Alle drei Engel zusammen ergeben eine Höhe von 78 m. Die Höhe der Bücherstapel werden in PISA gemessen. 10 cm Buch entspricht einem PISA. Teilnehmen können Schulklassen in und rund um Eckernförde. So sind momentan Schüler von 7 Schulen im Lesefieber.

Auch in den Herbstferien waren die Kinder hoch motiviert. So haben sie in nur 5 Wochen unglaubliche 134 PISA erlesen. Das sind 1340 Bücher, wenn man davon ausgeht, dass jedes Buch einen Zentimeter dick ist. Wer sich für den Lesefortschritt interessiert, kann das unter folgendem Link ganz einfach anschauen.

https://buechertuerme.de/buechertuerme/eins-zwei-drei-engel-fuer-eckernfoerde/

 

Kriminalfall in der Stadtbücherei

XXL Raupe Nimmersatt

Das Bild wurde vom Gerstenberg Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Eine spektakuläre Entführung aus der Stadtbücherei Eckernförde sorgt für zahlreiche traurige Kinderaugen und Tränen. Im Zeitraum zwischen dem 27. Juli 2021 und Anfang September2021 wurden aus der Kinderbücherei die XXL Raupe Nimmersatt und ein Zebra entführt. Bisher ist noch keine Lösegeldforderung eingegangen!

Wir fordern die Entführer auf, die Lieblinge der Kinder wieder frei zu lassen und in die Stadtbücherei zurück zu bringen. Sachdienliche Hinweise werden erbeten.

 

Der Kuti ist da!

Spielekonsole Kuti BoxKennt ihr schon den Kuti?

Kuti – was aussieht wie ein kleiner blauer Tisch mit bunten Knöpfen, ist eine Spielekonsole.  Der Kuti bietet Spielspaß für 2 – 6 kleine und große Spieler*innen, die sich gegenüber sitzen und in alter Spielekonsolenmanier die verschiedensten Geschicklichkeits- und Quizspiele miteinander spielen können. Ob Blip gegen Blop, Flyrim oder das Harry Potter Quiz. Ein großer Spaß!

Der Kuti wohnt bis Anfang Dezember bei uns in der Kinderbücherei. Probiert es aus!

Prekäre Verhältnisse, aber mit Menschenwürde

Herwig, Ulrike
Das Glück am Ende der Straße
München: dtv, 2021

Standort: SL
Signatur Herw

Das Konzert  am vergangenen Wochenende in Kiel „Gegen die Kälte“ zugunsten obdachloser Menschen brachte mich auf die Idee, Ihnen genau dieses Buch zum Lesen zu empfehlen, dass ich gerade vorher beendet hatte.

Elli, alterslos, im Oma-Alter, mit einer erwachsenen Tochter, ist aufgrund einer postnatalen Depression aus ihrem eigentlich gutbürgerlichen Leben in die Obdachlosigkeit abgedriftet. Ihr Mann hat ihr die Tochter aufgrund ihrer psychischen Veranlagung entfremdet und entzogen. Elli hält sich tagsüber im Park auf, nachts schläft sie momentan in einer vermeintlich leerstehenden Gartenlaube. Am Tag besucht sie das Hannah-Haus, wo sie eine kostenlose Mahlzeit und vor allem die Möglichkeit zu duschen und Wäsche zu waschen erhält. Sie ist bestrebt, möglichst unauffällig und ohne Ärger zu provozieren, durch ihren mühsamen Alltag zu kommen.

Im Park lernt sie die Kinder Leonie, Ruben und Fiona kennen. Ihre Eltern: Lisa, eine gestresste Lifestyle-Journalistin, der Vater, Mark, ein begeisterter Technik-Freak, der alles im Haus mit einer App versehen muss, sogar den Kühlschrank, damit man beim Einkaufen sehen kann, was man noch einkaufen sollte.

Aufgrund ihrer Lebenserfahrung hat Elli gute Tipps für die drei Kinder. Für Leonie ist sie eine Ersatz-Oma, denn Leonies Omas sind überall, aber nicht für Leonie da. Ruben wird von Schulkameraden gemobbt, bis Elli ihn zu ihrem Freund Kalle schickt, der dem Jungen zeigt, wie er sich effektiv wehren kann. Fiona wiederum wird von ihrem Freund verlassen und Elli und ein anderer Obdachloser können sie gerade noch retten, bevor Fiona ihrem Leben aus Verzweiflung auf einer Brücke ein Ende setzen will.

Die Mutter der Kinder wundert sich über die Lebensweisheiten, die ihre Jüngste seit Neuestem zum Besten gibt, dass der Mittlere plötzlich anfängt, seine Mitschüler zu schlagen und dass Fiona ihr erzählt, dass Elli sie vom Selbstmord abgehalten hat. Elli versinkt nie in wirkliches Selbstmitleid, Sie ist reflektiert und weiß, dass sie selbst zum größten Teil Schuld an ihrer Lebenssituation hat. Ihre große Liebe, Max, hat sie durch ein dummes Missverständnis für immer verloren. Was mir an diesem Roman besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass sich Elli ihrer Situation bewusst ist, dass sie ihre Würde jederzeit versucht, zu bewahren und sich nicht dem Alkohol ergibt. Elli findet es schrecklich, dass es mit ihr so weit gekommen ist. In Gedanken schreibt sie Briefe an ihre Tochter, in denen sie ihr erklärt, wie alles so gekommen ist und wie sie sie vermisst und ihre Fehler bereut. Elli ist am Ende des Buches durch ihr Leben auf der Straßen schwer krank und nur durch Glück und die Tatsache, dass Leonie ihren Erzählungen aufmerksam zugehört hat, verdankt sie ihre Rettung in letzter Sekunde.

Bei diesem schönen Roman stört mich das Happy End nicht, denn es ist schlüssig. Besonders gefällt mir die Botschaft, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, und dass dieser Grundsatz für alle Menschen gilt, egal ob sie vom Schicksal begünstigt oder benachteiligt sind.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt
(Diplom-Bibliothekarin)

Die Farbe von Glück – ein poetisch philosophischer Roman

Cover aus Koha


Bagus, Clara Maria

Die Farbe von Glück – ein Roman über das Ankommen
München: Piper, 2020


Standort: SL
Signatur: Bagu

Bei diesem Roman kam ich ins Nachdenken über die Dinge, die in einem Leben wichtig sind. Zum Inhalt: Der Richter Jules zwingt die Krankenschwester Charlotte, sein eben geborenes kränkliches Kind gegen das gesunde Kind einer anderen Mutter auszutauschen. Wäre sie ihm nicht zu Willen, würde er dafür sorgen, dass sie ihren geliebten Ziehsohn, den kleinen Antoine, verliert. Diese Tat, die sowohl das Leben von Jules und seiner Familie, als auch das von Charlotte und Antoine nachhaltig verändert und prägt, hat Auswirkungen auf viele Beteiligte. Doch die Fügungen des Lebens zeigen, letztendlich kommt alles zu einem guten Ende.

Jules leidet sein Leben lang unter seiner Entscheidung, die er aus Sorge um seine Frau Louise getroffen hat, die schon drei Fehl-und Totgeburten hinter sich hat. Trotzdem ist er seiner vertauschten Tochter  Florentine ein sehr liebvoller Vater und ermutigt sie, unbeirrt ihren eigenen Lebensträumen zu folgen.

Charlotte, die ebenfalls nur schwer mit ihrer Schuld leben kann, flieht mit dem kleinen Antoine, der im Alter von 6 Jahren von seiner  depressiven Mutter alleine zurückgelassen wurde, in ein fernöstliches Land und versucht, dem Jungen eine gute Mutter zu sein und ihn zu einem tüchtigen jungen Mann zu erziehen, dessen Traum es ist, Chirurg zu werden.

Antoine trifft als junger Arzt auf die lungenkranke Ni Lou, die Tochter einer Perlentaucher – Familie. Sicher ahnen Sie jetzt schon, dass Ni Lou eines der vertauschten Kinder ist. Ihre Geburt, oder besser, ihr Leben mit ihrer Behinderung, hat das Leben ihrer Familie sehr zum Besseren gewendet. Denn die Familie ist in der Sorge um Ni Lou fest zusammengewachsen. Ni Lou lebt in den Traditionen ihrer Familie und ist glücklich und mit sich im Reinen.

Das Ende des Buches, das im Übrigen in einer undefinierbaren Zeit spielt, in der man noch tagelang zu Fuß und in Dampflokomotiven auf Reisen ist, in der es keine modernen Kommunikationsmittel gibt, wohl aber eine Lungentransplantation, war mir persönlich etwas zu viel Happy End.

Trotzdem empfehle ich diesen Roman wegen des ruhigen, nachdenklichen sprachlichen Stils und den sehr bedenkenswerten psychologischen und philosophischen Aussagen über das Glück, über Schuld und wie sich alles letzten Endes so fügt, wie es sein soll. Jeder hat seine ganz spezielle eigene Farbe des Glücks.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt
(Diplom-Bibliothekarin)

Ein Kindersachbuch über die Angst

Rezková, Milada
Wer hat Angst vor der Angst?
Das große Buch über die Angst, nicht nur für kleine Angsthasen
Basel: Helvetiq, 2021

Cover aus Koha

Standort: SK = Sachbuch Kinder
Signatur:PSY 140,1 R

Dieses Kinderbuch aus dem Tschechischen überzeugt nicht nur aufgrund des Themas, sondern auch durch die Aufmachung. Am Anfang stellt sich die Angst, dargestellt durch den großen schwarzen Punkt, vor und erklärt, vorher das Wort Angst kommt, nämlich aus dem Lateinischen! Der kleine Max begegnet der Angst im Wald und findet heraus, woher sie kommt und warum Eltern Kindern hin und wieder etwas verbieten.

In sehr großer Schrift und vielen bunten Bildern werden auf sehr kindgerechte, verständliche Weise die Herkunft und das Wesen der Angst beschrieben. Die Bilder sind teilweise urkomisch und verführen, zumindest uns Erwachsene, zum Lachen. Es wird erklärt, dass die Angst eine Emotion ist und ihren Ursprung im Gehirn hat. Ihre Freunde sind Freude, Trauer und Zorn.

Es gibt angeborene und erlernte Angst. Und wenn Mama und Papa schimpfen und etwas verbieten, dann nicht, weil wir ihnen auf die Nerven gehen, sondern, weil sie Angst um uns haben. Sie wollen uns beschützen. Wenn wir Angst haben, geschehen seltsame Dinge in unserem Körper, wir zittern, bekommen vielleicht Gänsehaut, das Herz schlägt ganz schnell und vieles mehr. Angst haben nicht nur Kinder, auch die anderen Generationen kennen das Gefühl. Sogar Tiere haben Angst, sei es vor Feinden oder zum Beispiel,dass sie genug zu fressen für sich und ihren Nachwuchs finden.

Angst gibt es in vielen Formen: als Sorgen, als Beklemmung, als Grausen, als Erschrecken, als Panik, als Phobie.

Es macht großen Spaß sich mit diesem Buch zu beschäftigen und auf so amüsante Weise so viel über das Thema Angst zu erfahren.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt
(Diplom-Bibliothekarin)

Der Sommer geht zu Ende – Zeit für Gemütlichkeit!

Foto Fr
Der  Sommer zeigt sich heute noch mal von seiner schönen Seite, aber der Herbst kommt bestimmt. Und was gibt es dann Schöneres, als es sich zu Hause mit ein paar neuen Gesellschaftsspielen gemütlich zu machen?

Wir haben alte, viel genutzte Brettspiele aussortiert, um Platz für Neues zu schaffen. Hier seht Ihr eine Auswahl! Das Kinderspiel des Jahres 2021 „Dragomino“ und das Spiel des Jahres 2021 „Micromacro: Crime City“ sind bestellt und demnächst ebenfalls in unserem Bestand. Für das Spiel des Jahres braucht Ihr auf jeden Fall eine Menge Platz für den Spielplan, am besten vielleicht den Fußboden und Ihr braucht eine Menge Geduld und sehr gute Augen. Denn es ist ein wimmeliger Spielplan mit sehr kleinen Details, die zu finden sind.

Für unsere Jüngsten haben wir viele Spiele neu im Angebot:

Das „Angelspiel“ für Kinder von 2-5 Jahren mit Klett Angel und Filzfischen, das Spiel „Tier auf Tier“ von Haba für Kinder von 2 Jahren aufwärts, in dem es darum geht mit Geschick verschiedene Holztiere aufeinander zu stapeln. Bei „Die Bewegungs-Bären“, einem Spiel von 3-6 Jahren, müssen die Bären-Kinder verschiedene Begriffe durch Bewegung darstellen und der Bären-Häüptling soll erraten, was die anderen ihm vorspielen. „Funkelschatz“ aus dem Haba-Verlag ist für kleine und große Drachenkinder von 5-99 Jahren gemacht. Man muss versuchen viele bunte Funkelsteine zu ergattern. Das Spiel „Tempo, kleine Schnecke“ , für Kinder von 3-7 Jahren, haben wir nur ausgetauscht. Die „Regenbogenbande“ aus dem Verlag Haba ist für 2-4 Menschen ab 4 Jahren geeignet. Man benutzt einen Regenbogen, um von einem Wolkenloch zum nächsten zu gelangen und sammelt dabei Kristalle. „Auf, auf, kleiner Pinguin“ von Haba ist für Kinder ab 2 Jahren geeignet. Bei „Stapelfuchs“, ab 2 Jahren muss man versuchen den kleinen Fuchs und seine Freunde auf einer wackeligen Wiese zu stapeln. Und für Kinder ab 3 Jahren ist das Spiel „Autorelli“ geeignet, in dem das Erkennen von ersten Farben und Formen, von Zuhören und Konzentration gefördert wird. Bereits altbekannt ist der Klassiker: „Zicke, Zacke, Hühnerkacke“.

Für etwas ältere Kinder bieten wir:

„Deutschlandreise für Kinder“ ab 6 Jahren vermittelt viel Wissenswertes über Orte und Städte in Deutschland. „Sagaland“ ist ein alter Bekannter.   Mit „Magnefix“ , „Monopoly Junior“ und „Pyjama- Drama“ decken wir lustige Familienspiele ab. „Magnefix“ sieht einfach aus, aber man muss sehr reaktionsschnell sein und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben. bei „Pyjama-Drama“ handelt es sich um ein kreatives einfaches Merkspiel. „Käpt’n Kuller“ ist ein witziges Spiel  für 2-4 Piraten ab 5 Jahren, in dem es um Geschicklichkeit geht. Man zielt mit einem Rohr auf die Diamanten im Spielfeld und lässt die Kugel rollen, um Diamanten einzusammeln.

Die Spiele „Robin von Locksley“, „Kurz vor knapp“ und „Jumping Cups“  und „Monopoly“ sind alle für Menschen ab 8 Jahren aufwärts. Bei „Robin von Locksley handelt es sich um ein schnell aufgebautes Spiel für zwei Personen. Zwei Spieler streiten um die Gunst von König Löwenherz. Um ihn aus der Gefangenschaft zu befreien, müssen sie Beutezüge gegen die Normannen führen. Wer die meisten Schätze erbeutet und unter dem Volk verteilt, gewinnt das Spiel. „Kurz vor knapp“ besticht ebenso wie „Jumping Cups“ durch gutes und robustes Spielmaterial. Bei „Kurz vor knapp“ geht um Bauspaß mit Augenmaß und „Jumping Cups“ fordert Geschick und Taktik. Die Spielekritik formuliert es so: Ein taktisches Spiel mit einfachen Regeln, aber viel Tiefgang.

Viel Spielspaß!

 

Die „Mobile Bibliothek der Dinge“ macht 3 Monate Urlaub am Strand

Bücher, CDs, DVDs, Zeitschriften und Spiele sind bereits bekannte Dinge, die in Bibliotheken ausgeliehen werden können. Doch wie sieht es aus mit einer Ukulele, einem Akkubohrer oder Jonglierbälle? Viele Bücher zu den verschiedensten Themen sind bereits vorhanden, doch die passenden Geräte dazu hat nicht jeder zu Hause.
Viele Menschen können oder wollen sich teure Werkzeuge und Geräte für den Alltag nicht leisten. Sie benötigen sie häufig nur einmal oder sehr selten. Die Bibliothek der Dinge schafft hier Abhilfe. Sie regt zum Ausleihen anstelle des Kaufens an und leistet damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum umweltbewussten Konsum.

Die Mobile Bibliothek der Dinge bleibt 3 Monate in der Stadtbücherei in Eckernförde, die Leihfrist dauert 2 Wochen ohne Verlängerung. Sie besteht aus 13 Gegenstände und Geräten:

  • Bluetooth-Box
  • Bookii-Stift
  • Slackline
  • Fenstersauger
  • Akkubohrer
  • Reiseadapter-Set
  • Lochzange
  • Ukulele
  • Sofortbildkamera
  • Jonglierbälle
  • Discman
  • Laminiergerät
  • Messgerät