Sprechende Käfer und explodierende Bomben

kaeferkumpel-1260-1Leonard, M.G:
Käferkumpel
Hamburg: Carlsen, 2016

Standort: Kinderbücherei- SLK3-KRIMI
Signatur: LEO

Heute möchte ich Euch mal ein Kinderbuch empfehlen. Eines, das mich bis nach Mitternacht wach gehalten hat, weil es so spannend war und ich es unbedingt zu Ende lesen wollte. In diesem Roman spielen drei Kinder die Hauptrollen: Darkus Cuttle (13 Jahre), sowie seine Klassenkameraden Berthold (ängstlich, aber hochbegabt) und Virginia, die als Beschützerin von Darkus und Berthold auftritt.

Darkus ist Halbwaise. Eines Tages verschwindet sein Vater spurlos im Naturhistorischen Museum. Niemand hat ihn gehen sehen. Er ist in einen Raum hineingegangen und nicht wieder herausgekommen. Klar, dass da etwas dahinterstecken muss. Darkus begibt sich mit seinen Onkel auf Spurensuche, denn er ist felsenfest überzeugt, dass sein Vater noch lebt. Darkus findet einen Nashornkäfer, mit dem er reden kann, und der sich sehr eindrucksvoll mit dem Jungen verständigen kann. Dabei erfährt er, dass sein Vater ein berühmter Spezialist für alle Käferarten ist und früher an einem geheimen Projekt gearbeitet hat, bei dem Käfer genetisch verändert werden sollten. Damals arbeitete er mit Lucretia Cutter zusammen, die eine begnadete Genforscherin ist, sich aber von den Möglichkeiten, Geld damit zu verdienen, hat blenden lassen, unermesslich reich ist und die Schurkin in diesem Roman.

Er entdeckt per Zufall, dass seine Nachbarn in ihrer Wohnung nicht nur einen gigantischen Käferberg züchten, sondern auch den ganzen Hof mit alten Möbeln vollstellen. Auch wenn es sich etwas fantastisch anhört, er gerät bei den Männern in Gefangenschaft und wird von den Käfern wieder befreit. Darkus lernt Lucretia Cutters Tochter kennen und mit ihrer Hilfe findet er heraus, dass sie seinen Vater in einem Kellerraum gefangen hält. Natürlich schmieden die Kinder einen Rettungsplan, der nicht ganz ungefährlich ist und in dem die Käfer eine entscheidende Rolle spielen. Berthold legt dabei mittels selbstgebastelter Zündfallen ein ganzes Haus in Schutt und Asche.

Dieses Buch ist ein Abenteuerbuch, ein Thriller, bei dem es einen manchmal schüttelt, wenn man sich als Erwachsener Dinge bildlich ausmalt,  sehr spannend und trotzdem leicht und schnell zu lesen und ihr werdet hinterher von Käfern und ihen Fähigkeiten fasziniert sein und hoffentlich noch ein Buch über Käfer ausleihen wollen.

33. landesweite Kinder-und Jugendbuchwochen in der Stadtbücherei Eckernförde

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Ulf Blanck zu Besuch in Eckernförde

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Nicht nur für große Leser spannend!

Mit einer Lesung von Ulf Blanck, dem Autoren der drei ??? Kids- Bücher und Hörspiele, begannen für  Eckernförde die 33. landesweiten Kinder-und Jugendbuchwochen. Zwei 4. Klassen der Grund-und Gemeinschaftsschule Eckernförde und eine 2., sowie eine 4. Klasse der Gorch-Fock-Schule kamen kamen in den Genuss einer sehr lebendig gestalteten Lesung. Die Kinder mussten Rätsel lösen, Codes knacken und lernten nebenbei, wie man Fingerabdrücke nimmt. Auch ein kleiner begeisterter Fan kam mit seiner Mutter in den Genuss des Vortrages.

Die letzte Reise meiner Mutter

die letzte Reise meiner MutterRagde, Anne B.
Die letzte Reise meiner Mutter
München: Random House, 2016

Standort: SL- Obergeschoss
Signatur: RAGD

Der Titel „Die letzte Reise meiner Mutter“ sprach mich vor einer Weile sehr an. Denn auch ich habe meine Mutter auf ihrer letzten Reise begleiten dürfen. Die Autorin Anne B. Ragde möchte ihrer krebskranken Mutter gerne den letzten Wunsch erfüllen und ihre Asche am Strand von Dänemark verstreuen. Bis dahin heißt es aber warten. Die Mutter, die auf Sozialhilfe angewiesen ist, liegt in einem der billigsten Pflegeheime in Norwegen mit Krebs im Endstadium. Und bis der Kampf mit den Behörden gewonnen ist, und sie und ihre Schwester die Erlaubnis erhalten, die Asche zu verstreuen, sitzt Anne am Bett ihrer Mutter und hört ihr zu, wie sie Geschichten aus ihrer Jugend erzählt, ebenso wie Geschichten aus Annes Leben, die diese schon zum Teil vergessen hatte. Die Mutter erzählt von ihren Träumen und Wünschen, und von den wenigen Gelegenheiten, als ihr mal ein Ausbruch aus dem grauen Alltag gelang. So entsteht nach und nach ein sehr anrührendes Bild einer außergewöhnlichen Frau: gebürtige Dänin, begeisterte Leserin diverser Bücher, begnadete Köchin, für sich selbst sehr bescheidene Frau,  und natürlich und am allerwichtigsten das vielschichtige Bild einer liebevollen Mutter, die stolz auf ihre zwei Töchter ist.

Marie-Therese Fritzen-Einfeldt

Buchtipp Herbst: Akos Doma – Der Weg der Wünsche

Selten haben mich die ersten Sätze und Seiten eines Buches so intensiv gepackt und mich vereinnahmt, wie es diesem Roman von Akos Doma gelang.

Der in Ungarn geborene und in Deutschland aufgewachsene Autor verarbeitet viel doma_akosautobiographisches Material in der Geschichte der Flucht einer Familie aus dem kommunistisch indoktrinierten Land, das seine nicht-linientreue Bevölkerung mit Schikanen überzog (wie sie auch aus der DDR bekannt waren), in Richtung Westdeutschland. Doch um Deutschland geht es hier nicht. Es geht um Enttäuschungen und (falsche) Erwartungen, um naive Hoffnungen, aber auch hehre Einstellungen und Ideale.

Es sind die frühen 70er Jahre, in denen sich die ungarische Familie nicht, wie zuerst verkündet, zum Urlaub am Plattensee aufmacht, sondern über Jugoslawien die Flucht nach Italien antritt um später nach Deutschland zu gelangen. Das Schicksal meint es manchmal gut, aber viel öfter spielt es den Beteiligten übel mit. Teréz und Károly, die Eltern, aber auch die Kinder Misi (8) und besonders Bori (15) wachsen einem ans Herz.

Faszinierend gelingt es dem Autor, die Hauptfiguren plastisch werden zu lassen, sensibel ihre persönlichen Hintergründe zu zeichnen, den Heimatverlust deutlich zu machen und dabei auch noch einen starken, nie abreissenden Spannungsbogen aufzubauen. Die Monate im italienischen Flüchtlingslager sind eine barbarische Probe für die hoffnungsvolle Famile, und es sind – zum Teil teuer erkaufte – Wunder, die dazu führen, dass schließlich alle vereint weiter kommen.

Ein wahrhaft beeindruckendes Buch, das seine Leser auch an aktuelle Flüchtlingsschicksale erinnern kann.cover-doma

 

Reading Challenge

Plakat zur Reading Challenge 2016 Du bist 14-17 Jahre alt?
Du hast Lust auf Lesen?
Du interessierst dich für digitale Medien?

Dann sichere dir einen von 20 Plätzen bei der „Reading Challenge 2016“! Von Oktober bis März lest ihr jeden Monat ein Buch, zu welchem Thema, entscheidet ihr! Begleitend wird euch in 2-3 Workshops gezeigt, wie man einen Blog gestaltet und kreativen Online Content entwirft.  Große Abschlussveranstaltung mit Präsentation für die Eltern, Lesung und Catering im März 2017. Das erste Treffen findet am 13.10.2016, um 15:00 Uhr in der Stadtbücherei Eckernförde statt.

Anmeldung ab sofort in der Stadtbücherei
Tel.: (04351) 5640.

Lokales Bündnis für Bildung: Stadtbücherei Eckernförde, „Grünes Haus“ und „Das Haus“ Das Projekt im Rahmen von "Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien" wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

 

Neuer Roman von Alex Capus: Das Leben ist gut

Capus Das Leben ist gut Final_MR3.inddcapus_hf_iJa, das Leben meint es gut mit Max, dem Alter Ego des Autors. Wem schon der Titel zu selbstzufrieden scheint, der sollte zu anderen sozialkritischeren Romanen von Mankell o.a. greifen.
Capus sinniert locker über das Leben, wobei ihm die Rolle des finanziell unabhängigen Schriftstellers und Barbesitzers sehr entgegen kommt. Vom Klappentext sollte man sich nicht täuschen lassen: Um die berufsbedingte vorübergehende Trennung von seiner Frau geht es nur am Rande, eher geht es ihm um seine – Schweizer – Heimatstadt, traditionsverwurzelte Ansichten und witzige Porträts von Freunden/Barbesuchern.
Im Gegensatz zu „Lèon und Louise“ eher ein Männerroman – wenn ich diesen Begriff auch sonst gar nicht mag – aber ein genussvoll zu lesender!

Neue Plätze für „Kleine Lesemäuse“

lesemausDie ersten Kleinen Lesemäuse sind „fast“ groß geworden und wechseln im Sommer in die regulären Kindergärten. Deshalb haben wir wieder Plätze für Kinder zwischen 1-3 Jahren frei. Einmal im Monat, meistens am dritten Dienstag, treffen sich die Kleinen Lesemäuse gemeinsam mit Eltern morgens um 9.30 Uhr  in der Stadtbücherei Eckernförde, um gemeinsam zu singen, Fingerspiele zu machen und Bücher anzuschauen. Es gibt insgesamt 10 Plätze, daher wird um Anmeldung gebeten. Das nächste Mal findet das Treffen am 18. Oktober statt.

Die weiteren Termine für 2016 finden Sie unter der Rubrik Veranstaltungen -Kleine Lesemäuse.

 

Ferienleseclub 2016 Nachlese

In eigener Sache:

Der Ferienleseclub 2016 ist Geschichte! Wir haben am Freitagabend mit 60 Kindern unsere lange Lesenacht gehabt. Die Kinder waren mit Spaß und Engagement bei der Sache. Ein ganz dickes Dankeschön an die Eltern, die unser Buffet bestückt haben. Es war nicht nur ein Augenschmaus. Wir haben entzückende Fotos bekommen. Besonders die Eltern, die keine Fotoveröffentlichungen ihrer Kinder im Internet ( auf unserer Homepage) möchten, laden wir ein, sich die Fotos bei uns anzuschauen und ihre Entscheidung eventuell zu überdenken.

Und für die Kinder: Wir haben hier noch Eure Urkunden! Und vor allen Dingen eine süße Überraschung.